Galerientag Karlsruhe 2019

Kunst & Design // Artikel vom 19.01.2019

Agnes Märkel - Wiederblühen, 2018

Nicht zuletzt durch die Teilnahme zahlreicher Offspaces und Produzentengalerien hat der „Karlsruher Galerientag“, wie zuletzt im September 2018 zu erleben war, neuen Schwung bekommen.

Aber auch der vom Sa, 19.1. ist nicht ohne – vor allem nicht ohne tolle Vernissagen, die an diesem Tag stattfinden. Eine der besten Karlsruher Künstlerinnen ist Agnes Märkel. Selbstvermarktung ist allerdings weniger ihre Sache. Dafür eine tiefenwirksame Collagen-Malerei: Ihre Ausstellung in der Galerie Rottloff zeigt unter dem Titel „Blütentreiben“ Pastellzeichnungen, die mit Fotocollagen kombiniert sind. „Das Stilleben mit Vase steht als Metapher für Zivilisation und Natur.

Statt nur der Blüte zu dienen, entwickelt die Vase ein unheimliches Eigenleben, mit der Absicht die Natur zu übertrumpfen. Es finden Metamorphosen statt, in denen Blumen und Vasen nicht aus dem Stoff sind, den das Sujet auf den ersten Blick suggeriert.“ Wir fanden ihre Ausstellungsmotive so schön, dass eine ihrer neuen Arbeiten das Cover der INKA-Doppelausgabe 2018/2019 ziert (Agnes Märkel, „Blütentreiben“, Galerie Rottloff, Vernissage: 19.1., bis 22.2.).

In der Galerie Spektrum in der Südweststadt zeigt Mari Ishikawa Fotografie und Schmuck, ihre Arbeiten leben von dem Ausloten von Grenzen. Neben einer Fotoserie aus Chiles Atacama-Wüste, die Endlosigkeit und scheinbare Leere dokumentiert, nähert sie sich in ihren Schmuckarbeiten dem Thema, indem sie Silber schwärzt und es mit hundertfach verknoteten Seidenfäden versieht – Knoten haben eine besondere Bedeutung in der japanischen Welt (Eröffnung: 19.1., 15-20 Uhr, bis 2.3., Galerie Spektrum, Gebhardtstr. 19). Ebenfalls von 15 bis 20 Uhr läuft die Vernissage von Dominik Schmitt im Artlet Studio (bis 23.2.).

Die Neue Kunst Gallery zeigt „Faded Faces“ mit Frauenporträts von Patrizia Casagranda. Sie vermischt Collage, Malerei, Graffiti, Schablonentechnik und Typografie, wodurch eine reliefartige Wirkung entsteht. (Eröffnung: Fr, 18.1., 19.30 Uhr, bis 16.3.). „Sonst noch wat dabei“? Die Galerien Knecht/Burster und Burster zeigen Unikatradierungen von Ulrich J. Wolff bzw. „BluseH“ von Gary Schlingheider. Bei Schrade läuft schönerweise noch bis exakt 19.1. die sehr sehenswerte Ausstellung von Cornelia Schleime, gefolgt von einer Skulpturen-Ausstellung mit Arbeiten von Werner Pokorny (25.2.-16.3.). Ebenfalls vertreten sind die Galerien Klinger & Me mit Malerei von Mathis Bauer (bis 2.3.) und Thimme mit Baselitz-Arbeiten auf Papier. -rw

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