Gerhard Richter: Birkenau

Kunst & Design // Artikel vom 07.03.2016

Birkenau – das ist eines jener Worte, in denen bis heute die von den Nationalsozialisten verübten Gräueltaten stecken.

Dies auf der Basis von Fotografien in Gemälde zu übersetzen ist seit Langem ein Anliegen von Gerhard Richter. Mit dem 2014 geschaffenen, vierteiligen Gemälde „Birkenau“, das auf Fotografien des jüdischen Sonderkommandos basiert, knüpft Richter an die sich in seinem Œuvre seit den 1960er Jahren findenden Auseinandersetzungen mit Holocaust und Naziterror an.

Dass die vier Gemälde keinen abgeschlossenen Zyklus bilden, sondern auf Fortsetzung drängen, darauf weisen sowohl die gleichgroßen Fotografien als auch knapp 100 Detailfotos hin. Sie erinnern an Richters große Tableaus, die in der Nachfolge des „Mnemosyne“-Bilderatlasses von Aby Warburg gesehen werden können. Ergänzt wird „Birkenau“ durch weitere Arbeiten des Düsseldorfer Künstlers sowie Kunstwerke aus den 60er Jahren aus dem Umfeld der Galerie Konrad Fischer, mit der Richter damals regen Kontakt pflegte.

Dadurch wird einmal die besondere Herangehensweise Richters deutlich, seine Rückbezüglichkeit zum Bild trotz hohem Abstraktionsgrad, und andererseits werden seine Arbeiten in einen zeithistorischen Bezug gesetzt, wodurch auch andere künstlerische Aspekte dieser Jahre zum Ausdruck gebracht werden. -ChG

bis 29.5., Museum Frieder Burda, Baden-Baden

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