Heidi Herzig & Ben Öztat

Kunst & Design // Artikel vom 12.07.2019

Heidi Herzig & Ben Öztat, Strandszene, 2014, Videostill, Courtesy the artists

Auf die Ausstellung von Heidi Herzig und Ben Öztat darf man ganz besonders gespannt sein.

Beide sind schon mehrfach durch pfiffige Aktionen in Karlsruhe aufgefallen; in der Hochschule für Gestaltung haben sie einzelne, aber auch gemeinsame Aktionen durchgeführt, die zwischen sozialer Plastik, politischer und künstlerischer Praxis changierten, eine Art Fluxus der Jetztzeit. Für ihre Gemeinschaftsaktion „Auf der Reling“, für die sie die Brücke zwischen den Lichthöfen als Plattform für Diskussionen und Interventionen und einer größeren Transparenz der Hochschulpolitik nutzten, wurde die Medienkünstlerin und Szenografin Herzig sogar schon ausgezeichnet.

Im Lichthof des Kunstvereins zeigen sie jetzt sowohl individuelle als auch gemeinsame Arbeiten, die sich in engem Bezug zu den Räumen und der Geschichte des Kunstvereins entwickeln. Öztats Arbeiten sind von minimalistischen Malereitraditionen beeinflusst, sein Fokus liegt auf dem Aufmerksambleiben auf dem Weg vom ursprünglichen Impuls zum nächsten. Der Prozess des Erschaffens und die Handlung des Wahrnehmens mit Körper und Geist stehen im Mittelpunkt seiner Objekte, die oft Spuren von Gebrauch und Veränderung aufweisen.

Seine großformatigen Zeichnungen zeigen eine narrative Gleichzeitigkeit zwischen Gegenstand und Ungegenständlichem. Für die Ausstellung im Kunstverein verbinden Herzig und Öztat ihre individuellen Positionen miteinander, Erzählerisches mit Formalem, Festes mit Bewegtem, Dunkles mit Strahlendem und Sichtbares mit Unsichtbarem. Was daraus entsteht, wissen sie selbst nicht. Denn das ist für sie das Wesen der Kunst. -gepa

Fr, 12.7.-15.9., Badischer Kunstverein, Karlsruhe

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