„In kleinen Schritten nach vorn“

Kunst & Design // Artikel vom 10.03.2014

Ewald Schrade, Initiator, Kurator und Motor der art, betont immer wieder das Erfolgsgeheimnis der „art Karlsruhe“.

Es gehe nicht darum, die Kunstmesse immer größer werden zu lassen, sondern die Qualität immer weiter auszubauen und zu verbessern. „Ich baue weiter daran, aber das erfordert Konzentration und Anständigkeit, denn die jeweils aktuelle Messe ist gleichzeitig eine Referenz für die nächste Auflage.“

INKA-Herausgeber Roger Waltz und Kunstredakteurin Chris Gerbing fragten im Vorfeld der „art Karlsruhe“ bei Schrade nach, welche Neuerungen die Besucher in diesem Jahr erwarten.

Ewald Schrade: Ich habe ja immer betont, dass wir nur erweitert, nicht aber vergrößert haben. Mittlerweile hat sich die art in den vier Messehallen etabliert. Aber ganz durchsichtig war für den von außen Kommenden nicht, welche Kunst er in welcher Halle vorfinden würde. Deshalb haben wir Halle 4 in „Contemporary Art“ umbenannt und konnten gleichzeitig dadurch eine Bewerberzunahme verzeichnen.

INKA: Weshalb das?
Schrade: Es wurde plötzlich klarer, worum es eigentlich geht, nämlich um Gegenwartskunst, um Malerei, Skulpturen und Installationen junger zeitgenössischer Galerien, die wir unter diesem Begriff vereinen. Klassische Moderne und die modernen Klassiker sind wie immer in Halle 1 und 2 vertreten. Außerdem haben wir bei Halle 3 der Tatsache Rechnung getragen, dass die Fotografie – vergleichbar den Editionen, der Grafik und dem Video – ein limitiertes Objekt und kein Unikat ist. Deshalb heißt diese Halle jetzt „Limited“.

INKA: Sie werden auch in den Bezeichnungen internationaler?
Schrade: Ach wissen Sie, wenn sich eine schlechte Galerie aus Übersee bewirbt, dann wollen wir die doch nicht nur deshalb nicht, weil sie nicht von hier kommt! Wer unserem Qualitätsanspruch nicht genügt, der fliegt raus, ganz egal, woher er kommt – und das ist keine Ausländerfeindlichkeit des Kurators! Wir haben mittlerweile über 20 Prozent internationale Galerien, aus Korea, Japan, Israel, Skandinavien, Holland, Belgien… Aber wir hecheln der Qualität, nicht der Internationalität hinterher. Und Tatsache ist, dass rund 50 Prozent der Neuaussteller aus dem Ausland kommen und kein international bekannter Künstler nicht vertreten ist.

INKA: Was schätzen Sie persönlich besonders an der „art Karlsruhe“?
Schrade: Die „art Karlsruhe“ hat eine wunderbare Mischung an bombastischem geografischem Standort aufzuweisen: Sie ist regional verwurzelt, national hoch geschätzt und international anerkannt. Wir sind mitten im Sammlerland Baden-Württemberg, und das Ziel, das ich mit der Gründung der art hatte, ist voll aufgegangen: Wir konnten neue Käuferschichten erschließen. Davon profitiert auch Karlsruhe als Kunststandort, und meiner Wahrnehmung nach hat sich die Galerienszene – nicht zuletzt auch dadurch – belebt. Und wissen Sie, eine Galerie kann nirgends funktionieren, wenn sie allein von der Stadt, in der sie ist, leben will. Eine Galerie muss auf Messen vertreten sein und insofern ist der Regionalitätsgedanke gerade in der Kunst absurd! Aber die Verwurzelung vor Ort ist natürlich wichtig. Deshalb ist mir selbst auch die Museumsmeile und die Solidarisierung mit den Bewahrern der Kunst ein so großes Anliegen. Gleichzeitig sind die Programmgalerien, die die jungen Künstler entdecken und damit die Vorarbeit leisten, unabdingbar. Und in diesem Zusammenhang sind mir gerade die „One Artist Shows“ auf der art ein ganz wichtiges Anliegen. Dem haben wir dieses Mal damit Rechnung getragen, dass wir im Katalog alle Künstler und alle Galerien auflisten, die eine Einzelschau bestreiten.

Do-So, 13.-16.3., 12-20 Uhr, So 11-19 Uhr, Messe Karlsruhe, Eintritt: Tageskarte 18 Euro (erm. 14 Euro, Kinder bis 12 Jahre frei), Abendkarte ab 17 Uhr (So ab 16 Uhr) 12 Euro, Zweitageskarte 26 Euro (erm. 22 Euro), Dauerkarte 32 Euro (erm. 28 Euro), Shuttle-Bus Do-Sa 12-20 Uhr und So 11-19 Uhr kostenfrei ab/bis Hbf im 20-Minuten-Takt und über ZKM/Kunsthalle im Stundentakt
www.art-karlsruhe.de

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