Jim Avignon - Black Market

Kunst & Design // Artikel vom 20.02.2019

Jim Avignon ist Künstler und Entertainer, er reist viel und malt schnell, vielleicht „schneller als sein Schatten mitkommt“.

Seit 30 Jahren ist er weltweit als Maler, Illustrator, Konzept- und Aktionskünstler aktiv. Seine „Charakters“ sind auf Postkarten, Flyern, Trinkbechern und Plakaten, Papierbögen, Pappkartons und digitalen Bilderrahmen, Bauzäunen und Resten der Berliner Mauer zu finden. Der Berliner mit Karlsruher Wurzeln malt im Atelier, aber auch im ICE, er performt, musiziert, lebte viele Jahre in New York und reist heute von Berlin aus durch die Welt: Bern, Zürich, Wiesbaden, Amsterdam, Beirut, Erlangen, Stuttgart, Frankfurt und andere Orte hatten 2018 das Vergnügen. Wie INKA-LeserInnen wissen, bespielte Jim Avignon in der erweiterten Region zuletzt vor rund eineinhalb Jahren die Städtische Galerie in Böblingen. Noch bis 26.5. ist seine Ausstellung „A Bigger Brother“ in den Kunsträumen der Dauerausstellung des Kommunikationsmuseum Frankfurt zu sehen.

Als mich der Erfinder der „Cheap Art“ aus Brasilien anfunkte, er würde mal wieder in KA sein und was Schönes für die „art Karlsruhe“ vorbereiten und natürlich live spielen, bat ich ihn kurzerhand, unser Magazin-Cover für die traditionelle Kunst-Ausgabe zu gestalten. Um unsere haptischen Coverversionen (wir ließen schon Cover häkeln und backen oder es wurde mit Papierhaptik gespielt) fortzusetzen, schlug er einen Sperrholzhintergrund vor. Auf der „art“ ist er mit der Galerie Schacher aus Stuttgart vertreten. Natürlich auch, um dem Kunstbetrieb den Spiegel vorzuhalten, veranstaltet er dort einen „Black Market“, auf dem Bilder zu Preisen zwischen 20 und 80 Euro verkehrt herum hängen. Man muss sie erst kaufen, dann sieht man ihre Vorderseite. Sehr sehr geile Idee, hoffentlich hat genügend Bilder dabei! Aber im Produzieren ist er ggf. ja auch sehr schnell…

Und „weil er schon mal da ist“, gastiert Jim Avignon am Mi, 20.2. ab 21 bei Uhr mit einer Malperformance bei Tex Dixigas’ legendärer Schallplattenversteigerung „Top oder Flop?“ in der Alten Hackerei. Hier wird nichtversteigertes Vinyl zerstört oder in Kunst umgewandelt – oder beides. Am Do, 21.2. spielt er dann ab 19 Uhr im Schallplattenladen Studio 1 ein kleines Set mit seinem Alias Neoangin. „Highway To Hello“ heißt die aktuelle Platte. Den besten Eindruck bekommt man allerdings, wenn man ihn auf der Bühne erlebt: Avignons Shows sind opulente Happenings – Sound, Bühnenbilder, Masken und absurde Einfälle – in zwei Minuten von Party zu Krise zu Euphorie zu Wahnsinn zu Trauer. -rw

Schacher – Raum für Kunst, Stuttgart, Stand H4/R07; A Bigger Brother: bis 26.5., Museum für Kommunikation Frankfurt
www.jimavignon.com

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