Jim Avignon im Dialog

Kunst & Design // Artikel vom 08.07.2017

Wer den 1968 in der Nähe von Karlsruhe geborenen Berliner Künstler Jim Avignon, der lange Jahre auch in New York lebte und arbeitete, zu einer Ausstellung einlädt, so wie die Städtische Galerie Böblingen, darf sich freuen.

Wie wohl kaum ein zweiter Künstler schafft es Avignon, „Leben in die Bude“ zu bringen! Er ist keiner der Künstler, die einfach nur fertige Bilder zu einer Ausstellung senden. In Böblingen „re-aktualisiert“ er kubistische und neusachliche Werke aus der Kunstsammlung und übersetzt sie in eine moderne Bildsprache, indem er sie reinterpretiert. Anfang der 90er provozierte Avignon den Kunstmarkt mit „Cheap Art“ und Bildern, die billiger als ein Kaufhausdruck waren, später nahm er mit Live-Paintings die Street Art vorweg.

2004 fertigte er zur Wiedereröffnung des Berliner Olympiastadions ein ca. 3000 Quadratmeter großes Gemälde, bekannt ist auch seine Bemalung des längsten erhaltenen Mauerabschnittes. Er gestaltete Swatch-Uhren und Autos von Rover. Auch als Musiker und DJ ist Avignon aktiv: Mit seiner „Ein-Mann-Heimelektronikband“ Neoangin veröffentlicht er Pop-CDs, die so schön aufgemacht sind, dass man sie lieber kauft als kopiert.

Seine schweißtreibenden Performances in einem Electro-Dada-Hip-Hop-Stilmix und mit eigener Deko und Bühnenbildern sind Legende. Für das INKA Stadtmagazin gestaltete der Künstler bereits mehrfach Cover, u.a. zur „art Karlsruhe“. Begleitend zur Ausstellung soll eine „Work In Progress“-Publikation entstehen. -rw

Eröffnung: 8.7., 9.7.-8.10., Städtische Galerie Böblingen

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