Karin Kneffel

Kunst & Design // Artikel vom 14.10.2019

o. T., 2007, VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Ihre Äpfel sind zum Anbeißen.

Ihre üppigen Interieurs und subtilen Spiegelungen, ihre sinnlichen Oberflächen sind visuelle Feuerwerke: die realistischen Werke von Karin Kneffel haben eine perfekt gestaltete, aber auch unnahbare, kalt verschlossene Realität. Ihre großformatigen Gemälde, in denen sie Motive vermengt und Bildebenen schichtet, fesseln den Betrachter, sie erzählen geheimnisvolle, nie ganz auszudeutende Geschichten, die in ihrem Werk aufeinander aufbauen, sich widersprechen und ergänzen. Ihre realistische Malerei, ihr geschicktes Arrangement von Form-Ornamentik und opulentem Farbspiel verstrickt den Betrachter in raffinierte visuelle Welten.

Die große Retrospektive dokumentiert mit rund 140 Werken aus drei Jahrzehnten den Weg von fotorealistischen, überdimensionalen Gemälden von Früchten, mit denen Kneffel in den frühen 1990er Jahren international bekannt wurde, hin zur Konstruktion von komplexen malerischen Interieurs, in denen Zeit- und Bildebenen, Kunst, Architektur und Film und biografische Bezüge miteinander verschmelzen.

Damit ehrt das Museum Burda die 1957 geborene Künstlerin, die Meisterschülerin von Gerhard Richter war und Professorin in Bremen und jetzt in München ist. Neben Werken ihrer frühen Jahre liegt der Schwerpunkt der Schau vor allem auf Arbeiten der vergangenen zehn Jahre und neuen, noch nicht gezeigten Werken, welche die Künstlerin zum Teil extra für Baden-Baden gemalt hat. -gepa

bis 8.3., Museum Frieder Burda, Baden-Baden

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