Karl Hofer, Badekultur & Max Laeuger

Kunst & Design // Artikel vom 15.07.2020

Es war das zutiefst Menschliche, das den gebürtigen Karlsruher Maler Karl Hofer Zeit seines Lebens beschäftigte.

Auch wenn sich Hofers Stil nach der Zerstörung seines Ateliers durch Bomben im Jahr 1943 ins Surreale veränderte, schimmert der Mensch mit seinen Wesenszügen durch die Werke aller sieben Jahrzehnte, die die Ausstellung „Lebenslinien“ zeigt. Im September wächst sie um die „Bilder spröder Schönheit“ und somit aufs Doppelte an. Diese Teilausstellung widmet sich neuen künstlerischen Ansätzen Hofers ab den 1930ern.

Briefe und weitere Dokumente ermöglichen eine persönliche Begegnung mit dem Menschen Karl Hofer. „Sauber?“ ist eine Zeitreise durch 4.000 Jahre Badegeschichte. Die Alb prägte die Badekultur in Ettlingen; dort errichteten die Römer eine Badeanstalt, im Museum als detailliertes Modell präsent. Von pikanter Aktualität ist der zwischenzeitige „Lockdown“ der Badehäuser während der Epidemien im 15. und 16. Jahrhundert.

Bademöbel für den Adel, das farbenfrohe Badezimmer der Wirtschaftswunderjahre und der Wellness-Anspruch ans Bad von heute sind weitere Stationen der Geschichte. Die Studioausstellung zeigt Arbeiten von Max Laeuger aus der Sammlung Albiker. Er war einer der Wegbereiter der Kunstkeramik im 20. Jahrhundert, die Arbeiten aus den Prof. Laeuger’schen Kunsttöpfereien gelten als bedeutsam für den Jugendstil.

Mit seinen Unikaten, die ab 1916 in der Karlsruher Hoffstraße entstanden, hob er die Grenzen zwischen den Kunstgenres auf und trieb die moderne Künstlerkeramik voran. Für die Karlsruher Majolika fertigte Laeuger Entwürfe zur seriellen Produktion an. Laeuger wirkte auch als Architekt und entwarf Gartenkunstanlagen wie die Gönner-Anlage nahe der Lichtentaler Allee sowie die Wasserkunstanlage „Paradies“ in Baden-Baden. Auch entwarf er in Karlsruhe den Bebauungsplan für die Gartenstadt in Rüppurr. -fd

Laeuger: bis 31.10.; Karl Hofer: bis 30.12.; Sauber?: bis 10.1.21, Museum Ettlingen

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