Karlsruhe und Elsass-Lothringen seit 1871

Kunst & Design // Artikel vom 09.11.2018

Deutsche Soldaten kontrollieren während des Ersten Weltkriegs in Schirmeck die Pässe von Elsässerinnen, Stadtarchiv Karlsruhe, 8/Alben 48/258

Die Ausstellung spannt den Bogen von der Annexion Elsass-Lothringens 1871 durch das deutsche Kaiserreich bis zur Rückgabe der „Reichslande“ 1918 an Frankreich und untersucht deren Folgen für die badische Landeshauptstadt.

So gründeten Karlsruher Geschäftsleute wie der Kaufhausinhaber Max Knopf Filialen im Elsass, die nach dem Ersten Weltkrieg wieder aufgegeben werden mussten. Daneben war Elsass-Lothringen ein wichtiger Absatzmarkt für die Industrie geworden, auch Architekten aus Karlsruhe beteiligten sich an der dort einsetzenden reichen Bautätigkeit. Umgekehrt hatten natürlich auch Firmen von dort in Karlsruhe ihren Absatzmarkt. Den Folgen der Trennung nach dem Krieg widmet sich der zweite Schwerpunkt der Schau.

Karlsruhe musste nach 1918 knapp ein Fünftel der ca. 32.000 geflüchteten oder ausgewiesenen Elsass-Lothringer aufnehmen. Der Verlust dieses Absatzmarktes für die Karlsruher Industrie war wesentlich für die wirtschaftliche Stagnation während der Weimarer Republik. Nach der erneuten Annexion von Elsass-Lothringen 1940 war die Verlegung der Hauptstadt nach Straßburg bereits beschlossen. Der Krieg und die deutsche Niederlage verhinderten die Umsetzung dieses Plans. Die Ausstellung endet mit einem Blick auf die aktuelle Bedeutung des Elsass für Karlsruhe. -rw

Fr, 9.11., bis 28.4.2019, Stadtmuseum Karlsruhe

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