Kindheit im 19. Jahrhundert

Kunst & Design // Artikel vom 25.01.2014

Von wilden Fegern und kleinen Püppchen erzählt die Ausstellung „Kindheit im 19. Jahrhundert“.

Nicht nur politisch, auch im Privaten war dieses „lange Jahrhundert“, das von 1789 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs dauerte, von großen Umwälzungen geprägt, wurde Kindern erstmals ein eigener sozialer Status zugebilligt und die Schulpflicht eingeführt.

Trotzdem war „Bildung für alle“ ein Ideal, das zunächst nicht für Arbeiter- und Bauernkinder durchsetzbar war: Carl Blechen zeigt bereits den einsamen Hütejungen, für den das Paradies in weiter Ferne liegt, während Franz v. Lenbachs Hirte noch vom idealisierten Landleben erzählt. Die Individualisierung des Kindes führte zum Entwurf von Spielzeug, zu pädagogischen Überlegungen und zur Entwicklung von Materialien für den Unterricht. Dabei wurde teils pragmatisch vorgegangen: Die Landesverordnung abzuschreiben hieß gleichzeitig das Schriftbild zu üben und sich den Inhalt zu vergegenwärtigen.

Eisenbahnen aus Blech, kleine Dampfmaschinen und Bauklötzchen aus einer Art gebranntem Ton sollten den kleinen Ingenieur im Jungen locken, während Puppenwagen und -accessoires die Mädchen auf ihre spätere Rolle als Hausfrau und Mutter vorbereiteten. Viele Exponate stammen aus Baden-Baden, die meisten Gemälde aus dem Stadtmuseum. Sie zeugen davon, dass mit dem Anerkennen eines eigenen Charakters der Kinder auch die Frage nach dem geeigneten Zeitpunkt fürs Portrait aufkam, dass Künstler auch ihre eigenen Kinder als Individuum mit eigenen Verhaltensweisen entdeckten und begleiteten. Trotzköpfchen, kleiner Prinz und Erwachsene im Kleinformat – es ist eine breite Palette, die das LA 8 zeigt! –ChG

bis 9.3., LA 8 Museum für Kunst und Technik des 19. Jahrhunderts, Baden-Baden

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