Krieg und Frieden – Konfliktarchäologie an Rhein und Neckar

Kunst & Design // Artikel vom 27.11.2022

Zerstörung Heidelbergs im Jahr 1689, Gemälde signiert und datiert, 1868, Museum der Stadt Weinheim

Im September 1622 vor 400 Jahren erfolgte zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges der Sturm auf Heidelberg.

Kaiserliche Truppen unter dem Feldherren Tilly überwanden die Befestigungsanlagen der kurpfälzischen Residenzstadt. Viele Jahrzehnte des Friedens und Wohlstands waren dahin, nun prägten Plünderungen, Flucht und Armut das Leben in Heidelberg. Mit modernen Methoden beleuchtet die Konfliktarchäologie weit zurückliegende Gewaltereignisse.

Vom mörderischen Überfall in der Jungsteinzeit spannt sich der inhaltliche Bogen bis hin zum hochgerüsteten Krieg der Moderne. Gezeigt werden archäologische Funde aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz, darunter eine der ältesten Reiterfiguren nördlich der Alpen, ein bedeutender keltischer Helm aus dem Altrhein, eine Auswahl des Heidelberger Tillyfundes, und herausragend zu nennen, mehrere Prunkstücke aus dem Silberschatz von Kaiseraugst

Im Zusammenspiel mit Gemälden und graphischen Werken, auch aus der Unibibliothek Heidelberg, entsteht ein vielschichtiges Bild der Kriegs- und Friedensgeschichte an Rhein und Neckar. In der Ausstellung dokumentieren archäologische Funde den Alltag jener schwierigen Zeit. Darüber hinaus wird erstmals eine virtuelle 3D-Rekonstruktion des Stadtbildes um 1620 präsentiert. Die Ausstellung wird ausschließlich im Kurpfälzischen Museum gezeigt. -rowa

bis 29.1.23, Kurpfälzisches Museum, Heidelberg

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Bitte rechnen Sie 2 plus 3.

WEITERE KUNST & DESIGN-ARTIKEL