Kühler Schmuck

Kunst & Design // Artikel vom 10.04.2008

Den ersten Glasschmuck fand man schon im dritten Jahrtausend vor Christus.

Weil es den Edelsteinen so ähnlich war, verwendete man gerne Glas. Berühmt wurde im 18. Jahrhundert der Strass, ein stark bleihaltiges Glas, das eine erschwingliche Alternative zu den begehrten weißen Diamanten bot. Im Jugendstil dagegen spielte Glas als "echtes", außergewöhnlich verarbeitetes Schmuckmaterial eine wichtige Rolle, wie beispielsweise in den Stücken von René Lalique.

Dem zeitgenössischen Schmuck aus Glas widmet jetzt das Schmuckmuseum Pforzheim eine große Sonderausstellung. "GlassWear" entstand in Kooperation mit dem Museum of Arts & Design in New York. Präsentiert werden Arbeiten von 60 internationalen Schmuckkünstlern. Anhand von 200 Exponaten lassen sich die Eigenarten des Materials wie Transparenz und Fragilität studieren. Glas kann durchscheinend, nahezu unsichtbar sein, glitzernd und spiegelnd oder aber matt, rau und undurchsichtig.

Es bietet eine Fülle an Ausdrucksmöglichkeiten – von bedrohlich, verletzend bis weich und anziehend. Dies alles spiegeln die Ausstellungsstücke wider. Manche Künstler arbeiten mit gefundenem Glas, andere experimentieren kreativ mit dem vielseitigen Werkstoff. Beispielsweise verwertet die finnische Künstlerin Tarja Lehtinen leere Glasflaschen in Kameebroschen wieder, indem sie ausgeschnittene Stücke sandstrahlt.

"GlassWear" ist als Wanderausstellung konzipiert, die nach den ersten Stationen im Toledo Museum of Art in Ohio und dem Schmuckmuseum Pforzheim noch an sechs weiteren Stand­orten zu sehen sein wird. Darunter sind das Museum of Arts & Design in New York und das Mobile Museum of Art in Alabama.

"GlassWear", Schmuckmuseum Pforzheim, bis 25.5.
www.schmuckmuseum-pforzheim.de

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