Künstliche Intelligenz lässt erste Kunstwerke von Maschinen entstehen

Kunst & Design // Artikel vom 22.08.2019

Bild von Silvio Zimmermann auf Pixabay

Bislang war Kreativität eine Gabe des menschlichen Geistes.

Sie war die wichtigste Grundlage für die unterschiedlichsten Gemälde, aber auch für Skulpturen und Kunstwerke anderer Art. In diesen Tagen scheint sich der Begriff der Kreativität neu zu erfinden. Grund ist die künstliche Intelligenz, die Maschinen ganz neue Möglichkeiten einräumt. So gibt es erste Ausstellungen, die Kunstexperimente mit Maschinen festhalten und erste Gemälde zeigen, die von den Anlagen selbständig gemalt wurden.

Die Werke künstlicher Intelligenz sind bemerkenswert und interessant zugleich. Immerhin steckt hinter den Bewegungen, mit denen die Gemälde entstehen, eine Betriebssoftware, die sich aufgrund eines Algorithmus oder diverser Befehle diese Werke ausdenkt. Wie erfolgreich mit künstlicher Intelligenz Kunstwerke geschaffen werden können, beweist Ai-Da. Ai-Da ist ein Roboter, der von Engineered Arts ins Leben gerufen wurde. Sie ist keineswegs der erste Roboter dieser Art, aber einer von denen, die international am meisten beeindrucken. Immerhin kann Ai-Da mit Hilfe der Betriebssoftware im Hintergrund nicht nur malen, sondern auch singen. Ihren Namen erhielt Ai-Da übrigens in Anlehnung an Ada Lovelace. Lovelace ging als Pionierin der modernen Informatik in die Geschichte ein.

Durch die rasante Weiterentwicklung der künstlichen Intelligenz können Roboter und Maschinen nun auch in einem Bereich glänzen, der bislang dem Menschen vorbehalten war. Doch für die Menschen, die der Kunst eigentlich ein Gesicht geben, geht dies mit vollkommen neuen Herausforderungen einher. Nicht nur Künstler, sondern beispielsweise auch Galeristen werden vor neue Herausforderungen gestellt. „Abgesehen von den wahren Kennern und Fans ernten Künstler heute nicht mehr die Begeisterung, die ihnen einst zuteil wurde. Für viele Künstler ist es längst eine Herausforderung, ihr tägliches Brot mit der kreativen Arbeit zu gestalten. In den kommenden Jahren dürfte das für viele Kreative ein allseits präsentes Problem werden. Der Kunstmarkt hat sich nämlich längst auf die Kunstwerke künstlicher Intelligenz eingestellt und zieht mit“, beschreibt Carolin Schmidt von Kreativbibel die aktuelle Entwicklung.

Wie viel vor allem finanzielles Potenzial in diesen Kunstwerken steckt, zeigt ein aktueller Erfolg aus New York. Hier wechselte jüngst das Kunstwerk „Edmond de Belamy“ für einen wahrlich stolzen Preis den Besitzer. Insgesamt 432.000 US-Dollar wurden für das Werk bezahlt. Dabei stammte es keineswegs von einem herausragenden Künstler, der sich in etwas Neuem probierte, sondern von einem Computer. Die Maschine wurde von Obvious mit insgesamt 15.000 verschiedenen Porträts bestückt. Sie stammten aus ganz unterschiedlichen Jahrhunderten. Angelehnt an diese Porträts kreierte die Maschine nun ihr ganz eigenes Gemälde, das zugegebenermaßen ein wenig verschwommen war, allerdings aufgrund der künstlichen Intelligenz dahinter von unschätzbarem Wert ist.

Für das Werk arbeiteten zwei Computer nach unterschiedlichen Kriterien und übernahmen verschiedene Aufgaben. Der Erste widmete sich der Mischung der ausgewählten und gespeicherten Portraits. Der andere Computer war damit beschäftigt, diese zu bewerten. Es ist nicht das erste Kunstwerk dieser Art, das mit Hilfe von Maschinen entwickelt wurde. The Next Rembrandt ist ein weiteres Ergebnis künstlicher Intelligenz. Es wurde an der Universität Delft kreiert. Die Wissenschaftler versahen hier einen Computer mit verschiedenen Porträts von Rembrandt van Rijn. Die Maschine war dazu in der Lage, die Pinselstrich-Technik von Rembrandt zu analysieren und für ein vollkommen neues Meisterwerk zu nutzen. Unter Berücksichtigung der analysierten Pinselstrich-Technik sowie einem 3D-Drucker wurde ein vollkommen neues Rembrandt-Werk auf den Weg gebracht.

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