Kunst verbindet

Kunst & Design // Artikel vom 14.05.2022

Pavel Miguel – „El mudo – Der stumme Mann“ (Foto: Patrick Wurster)

Das seit 25 Jahren für seine „Kunsttage“ bekannte Kunstforum Pfinztal und das 2019 eröffnete Berghausener Kunstschaufenster tun sich mit der Durlacher Produzentengalerie Zettzwo und KünstlerInnen der „Grötzinger Kulturmeile“ für eine Benefizausstellung auf dem Schlachthof-Gelände zusammen.

Schon durch seine schiere Größe heraus sticht Pavel Miguels Replik seiner Bronzeskulptur „El mudo – Der stumme Mann“ von 1995, die das Cover der Mai-Ausgabe des INKA Stadtmagazins ziert. Ein in der Vita des Cubanos bedeutendes Werk, das für den seinerzeit in Havanna gefeierten Skulpturenmacher das „Visum in die Freiheit“ war. Dieses 50 Zentimeter große und 20 Kilo schwere Original mutierte übers Frühjahr in Miguels Skulpturengarten vor dem Atelier zum zwei Tonnen schweren Drei-Meter-Kopf, dessen Gerüst aus Metall und Maschendraht mit einem Gemenge aus Ton, Glasfaser und Stroh Gestalt angenommen hat. Ein Negativ des Koloss’ von Berghausen ist wiederum die Blaupause der bei „Kunst verbindet“ präsentierten transportablen, ebenso leichten wie stabilen gegossenen Version aus Harz und Eisenpulver. Wie all seinen Kunstwerken haftet auch dem ebenfalls gezeigten altbekannten, aber hochaktuellen Pümpelpanzer „La guerra de mierda – Scheißkrieg“, den Toiletten-Gemälden und dem frisch gebrannten „Kannibalen“ das Pavel-typische Provozierend-Politische an. Ein weiterer prominenter Zettzwo-Vertreter ist Grafiker und Maler Wolfgang Kopf; die Grötzinger vertritt u.a. „Chainsaw Artist“ Guntram Prochaska mit seinen hölzernen „Friedensengeln“.

Das weitere Ausstellerfeld: Susanne Trautnitz (Keramik), Kunstschaufenster-Initiatorin Monika Roser, Karin Ella Gengel, Karolina Jarmolinska, Katja Wittemann, Alexander Holzmüller, Vera Holzwarth, Ulrike Seitz, Joachim Hillmann und Driss Ankour (Malerei), Christina von Puttkammer und Esther Klauke (Collagen), Andreas Ramin und Kai Wintergreen (Fotografie), Gregor Strehle – und Gastkünstler aus der Uneson-Kinder-Lernwerkstatt. Denn noch bevor der Krieg in der Ukraine ausbrach, stand für die Macher von „Kunst verbindet“ fest, dass der Benefit an das 2010 in Karlsruhe gegründete gemeinnützige Kinderhilfswerk United Social Network geht. In deren Lernfreundehaus auf dem KIT-Campus Ost arbeiten Jasmin Sahin und ihre Ehrenamtlichen seit fünf Jahren mit geflüchteten Kids. Schwerpunkt: Kunstpädagogik. Und so ist jedes Getränk eine Spende und von jedem verkauften Kunstwerk gehen 20 Prozent an Uneson, das geflüchtete oder vertriebene Kinder und Jugendliche von der Landeserstaufnahme Lea in kreativen Projekten zusammenbringt – wie dem Flüchtlingskinder-Workshop der Kunstgemeinschaft Zettzwo/Kunstforum/Kulturmeile, in dem die bei einer Performance vorgestellten Werke für „Kunst verbindet“ entstanden sind. -pat

Vernissage: Fr, 13.5., 19 Uhr, Rahmenprogramm: Julia Neumann (Geige/Gesang) & Laszlo Woplert (Saxofon/Flöte), Sa+So, 14.+15.5., 10-19 Uhr, Fleischmarkthalle, Alter Schlachthof, Karlsruhe
www.uneson.org

 

 

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