Mai-Thu Perret

Kunst & Design // Artikel vom 11.07.2019

Mai-Thu Perret, The Blazing World, Performance view, Spike Island, Bristol, UK, 2019, Foto: Lisa Whiting

Feminismus und Abstraktion, figürliche Skulpturen und künstlerische Transformationen.

Das Werk der Schweizer Künstlerin Mai-Thu Perret ist nicht nur theoretisch, sondern auch in der Auswahl ihrer Materialien vielfältig. Perret arbeitet in so unterschiedlichen Formaten wie Malerei, Skulptur, Keramik, Tapisserie, Film, Performance und Text. Unter dem Titel „Grammar And Glamour“ zeigt der Kunstverein verschiedene künstlerische Narrationen über starke und unabhängige Frauenfiguren: von den lesbischen Kämpferinnen, die Perret im Roman „Les Guérillères“ der französischen Theoretikerin Monique Wittig kennengelernt hat, über die radikalfeministische, wenn auch fiktive, Kommune in der Wüste von New Mexico, die sie in ihrem umfangreichen Projekt „The Crystal Frontier“ (seit 1999) verarbeitet, bis zur historischen Figur der Hexe, die sie als Skulpturen darstellt.

Für Perret ist Hexerei eine fundamentale Kraft gegen disziplinierende Strategien, kapitalistische Systeme und erzwungene Konformität, ein alter und doch aktueller Archetyp, der nicht nur für die Befreiung von restriktiver Geschlechterpolitik steht. Formal verbindet Perret in ihrer Auseinandersetzung mit dem Medium der Kunst nicht nur Malerei und Skulptur miteinander, Abstraktion und Figuration, sondern auch die Techniken von Keramik und Tapisserie als eine weitere mögliche Form künstlerisch-handwerklichen Ausdrucks. Perrets Werk, das u.a. im New Yorker Museum of Modern Art zu sehen ist, wird im Kunstverein zum ersten Mal umfassend in Deutschland gezeigt. -gepa

Mai-Thu Perret: Grammar And Glamour. Eröffnung: Do, 11.7., 19 Uhr, bis 15.9., Badischer Kunstverein, Karlsruhe

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