Makellos schön

Kunst & Design // Artikel vom 12.11.2007

Die drei Buchstaben „nfr“ (gesprochen: „nefer“) bezeichneten im alten Ägypten vollkommene, also innere und äußere Schönheit.

Was genau dieses vielge­priesene Ideal ausmacht, hinterfragt die Ausstellung im Badischen Landes­museum. In leicht abgeänderter Form  wurde die 450 Exponate umfassende Schau vom Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim übernommen, das über die zweitgrößte Ägyptensammlung Deutsch­lands verfügt. In Vitrinen befinden sich perfekt modellierte Frontalansichten im typischen Schrittstand. Die dargestellten Könige, Pharaonen oder gelehrten Schreiber weisen kaum indivi­duelle Züge auf, sind in ihrer Schönheit typisiert, ja austauschbar. Viel Wert legten die Ägypter auf Schmuck, wie in einer vergoldeten Schatzkammer zu sehen ist.

Am Lebensende, wenn die Seele in Form des menschlichen Herzens mit der göttlichen Feder auf die Waage gelegt wurde, musste das Gleichgewicht stimmen. In einer nach­ge­bauten Grabkammer liegt ein aufwändig verzierter Sarkophag mit Totenmasken und kleinen Figuren, die den Weg ins Jenseits ebnen sollten. Ins „Haus der Schönheit“ lockt das museumspädagogische Angebot sowohl Schulklassen als auch Familien. In Workshops werden Krokodils­klappern gebaut, es wird Papyrus hergestellt, ein Binsenboot gebunden oder Körperöl angerührt. -ub

Badisches Landesmuseum: Schönheit im Alten Ägypten. Sehnsucht nach Vollkommenheit. Bis 27.1.08.
www.landesmuseum.de

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