Michael Beutler

Kunst & Design // Artikel vom 25.09.2022

Michael Beutler (Foto: Nikola Haubner)

Zwar zeigt Michael Beutler in seiner Ausstellung „Stardust“ auch ältere seiner Arbeiten, doch recycelt hat er hier vor allem den Papiermüll des Wilhelm-Hack-Museums.

Alte Plakate, Flyer und Kataloge kamen bereits in der Vorbereitung in großformatige Maschinen, die das Papier schredderten und zu Holzfaserbrei verarbeiteten. Daraufhin schöpfte Beutler selbst Papier, mit dem er sich die architektonischen Eigenheiten des Museums zu eigen macht.

Mit den entstandenen Paneelen und Rollen greift der Künstler die Maserung des Sichtbetons im Ausstellungsraum auf und zitiert in den Farben die Miró-Fassade an der Museumsaußenwand. Beutlers Kunst ist zugleich Architektur, Handwerk und Prozess; so bleibt auch die Werkstattsituation der Papiergewinnung in der Ausstellung bestehen. Wann ist Kunst fertig? Was ist überhaupt Kunst? Wer macht sie?

Die ausgestellten älteren Maschinen sind vor diesem Hintergrund auch mehr als nur Recycling. Sie sind zugleich Spezialwerkzeuge und autonome Skulpturen und kommentieren das durchlässige Verhältnis zwischen Kunst, Produktion, Nutzen und Abstraktion. Beutler studierte bei Thomas Bayrle in der Frankfurter Städelschule sowie in Glasgow. -fd

bis 25.9., Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen

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