Mnemosyne Bilderatlas

Kunst & Design // Artikel vom 13.10.2016

Bereits 1993/94 und neuerlich 2013 gab es erste Versuche, den von Aby Warburg erarbeiteten, unvollständig gebliebenen und vermutlich bei der Überführung der Warburg-Bibliothek nach London verschollenen Bilderatlas zu rekonstruieren.

Jetzt macht sich das ZKM aus Anlass des 150. Geburtstags von Warburg an eine neuerliche, aktualisierte und kommentierte Rekonstruktion. Das Spannende an diesem bis 1929 entstandenen, unvollendeten Bilderwerk ist die Veranschaulichung des Fortlebens der Antike in Bildwerken der Renaissance.

Sein Verdienst ist es, erstmals Reproduktionen als didaktische Hilfsmittel im Fach Kunstgeschichte eingeführt zu haben – mehr als 40 Kartons, auf denen zwischen 1.500 und 2.000 Fotografien das Nachwirken der Antike dokumentierten. Dabei verwendete Warburg nicht nur Kunstwerke, sondern auch Alltagsgegenstände, Werbeplakate und Zeitungsausschnitte, um seine These zu untermauern.

Während Warburg auf jegliche Kommentare und Bildunterschriften verzichtete, werden die über 60 Tafeln im ZKM damit versehen sein. Außerdem wird es eine Neuinterpretation des Vermittlungsmediums Tafel durch zeitgenössische Künstler geben: Olaf Metzel, Linda Yasmine Fregni Nagler und Peter Weibel sind nur einige der Künstler, die sich diesem Thema stellten. Innerhalb der Ausstellung wird ein Kolloquium den Bilderatlas von der wissenschaftlichen, aber auch der künstlerischen und gesellschaftlichen Seite beleuchten. -ChG

bis 13.11., ZKM-Lichthof 1+2, Kolloquium: Do+Fr, 13.+14.10., ZKM-Vortragssaal, Karlsruhe, Anmeldung: aby.warburg@zkm.de

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