Museum Würth/Kunsthalle Würth

Kunst & Design // Artikel vom 10.01.2016

Eine moderne Kunst- und Wunderkammer.

Seit den 1980er Jahren sammelt Reinhold Würth Kunst im großen Stil. Seine Privatsammlung deckt eine immense Breite künstlerischer Stile quer durch die Epochen vom Mittelalter bis heute ab. Insofern ist die Wahl des Londoner Victoria & Albert Museums, Teile seines renommierten Besitzes nach Schwäbisch Hall zu leihen, gut zu verstehen, denn dort treffen die Objekte aus der Silbersammlung auf die Pretiosen der Würth’schen Kunstkammer.

„Silberhirsch und Wunderprunk“ ist die Schau betitelt, die Prunkgefäße, künstlerisch wertvolle Alltagsgegenstände und opulente Dekoration vergangener Zeiten vereint – darunter auch der Diana tragende Hirsch, der früher vermutlich eine reich gedeckte Tafel als Mittelstück schmückte und sich heute im Besitz von Würth befindet. Die zweite Schau im Haller Museum vereint unter dem Titel „Op Art – Kinetik – Licht“ Kunstwerke der 1960er Jahre von Josef Albers über François Morellet und Victor Vasarely bis zu Günther Uecker und Alexander Calder. Es geht dabei um das bewegte Kunstwerk – ob durch Motoren angetrieben, durch optische Täuschungen oder durch das Licht einer steten Veränderung unterworfen.

Das Museum Würth in Künzelsau steht dagegen ganz im Zeichen der Skulpturen mit einer Werkschau der Robert-Jacobsen-Preisträger der Stiftung Würth. Den dänischen Künstler verband seit den 70er Jahren eine lange Freundschaft mit Würth – nach seinem Tod 1993 wurde der nach ihm benannte Preis gestiftet, der alle zwei Jahre an zeitgenössische BildhauerInnen vergeben wird und mit 25.000 Euro dotiert ist. Darunter sind Namen wie Richard Deacon (1995), Magdalena Jetelová (1997), Stephan Kern (2001/2002), Rui Chafes (2003/2004), Bernar Venet (2005/2006), Monika Sosnowska (2008/2009) oder zuletzt der junge, in Berlin lebende Künstler Michael Sailstorfer. Bis 3.4. ist die erstmalige Gesamtschau aller Preisträger in Künzelsau zu erleben. -ChG

SiIberhirsch & Wunderprunk, Op Art – Kinetik – Licht, beide bis 10.1., Kunsthalle Würth, Schwäbisch Hall, Skulptur im Fokus – Die Robert-Jacobsen-Preisträger der Stiftung Würth, Museum Würth, Künzelsau, bis 3.4.
www.kunst.wuerth.com

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