Mustergültig

Kunst & Design // Artikel vom 12.08.2012

Streng gezackt und schön verschnörkel.

Zwischen diesen Polen bespielt die „Weltsprache Ornament“ ein weites Feld. Den globalen Wegen des Ornaments nachzuspüren, historische Formen gegen neue Entwürfe zu setzen, dazu ist das Schmuckmuseum geradezu prädestiniert. Denn mit seiner bedeutenden Sammlung kann es aus einem reichen Fundus aus allen Zeiten und allen Kontinenten schöpfen, die ergänzt werden durch ganz aktuelle Designs.

Von einfachen Ritzungen über barocken Überschwang bis zur Integration mittelalterlicher und arabischer Schriftzeichen – die Ausstellung macht deutlich, dass quer durch die Epochen vom europäischen Kulturraum zum Orient das Ornament verbindendes Element war und ist. Einen Schwerpunkt setzt die Schau auf das 19. Jahrhundert, in dem Schmuckkünstler mit üppigen Verzierungen historische Stile neu interpretierten und sich zudem vermehrt Einflüsse aus Asien und dem Mittleren Osten nachweisen lassen.

Aber natürlich dürfen gerade in Pforzheim, das die Blütezeit seiner Schmuckproduktion um 1900 erlebte, der Jugendstil mit seinen floralen Formen und das Art Déco mit den geometrisierenden Motiven nicht fehlen. Und auch die zeitgenössische Schmuckproduktion mit der Wiederaufnahme des Ornaments, ihre Lust am freien Spiel und der ironischen Brechung opulenter Pracht wird präsentiert. Deutlich wird dabei, dass bestimmte Elemente wie beispielsweise das Mäanderband sich von der Antike bis heute durchziehen und damit ein wahrhaft globales Motiv quer durch die Jahrhunderte sind. -ChG

bis 30.9., Schmuckmuseum Pforzheim

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