Neoexpressive Malerei

Kunst & Design // Artikel vom 06.06.2012

Das Museum Hurrle, vor zwei Jahren im malerischen Durbach eröffnet, ist ein einzigartiger Ort der Modernität.

Denn Rüdiger Hurrle hat sich mit seiner Kunstsammlung dezidiert der Zeit nach 1945 verschrieben und präsentiert in regelmäßigen Abständen künstlerische Schwerpunkte der Nachkriegszeit. In der Reihe „Profile in der Kunst am Oberrhein“ fokussiert er zudem auf ausgewählte Künstler und rückt diese ins rechte Licht.

Nach Karl Manfred Rennertz und Dieter Krieg hebt er nun Gabi Streile und Rolf Zimmermann aufs Podest, die beide der Neuen Figuration der Karlsruher Schule verbunden sind. Streile setzt dabei mit kräftigen Farb- und Formkontrasten und heftigen Gebärden das Thema Natur in Szene und schafft in ihren Landschaften und Stillleben Raumillusionen, um dem Betrachter eine Teilhabe an ihrem Kosmos zu ermöglichen.

Dagegen sind die Farbgeflechte mit reliefartigem Charakter, die für Zimmermann so typisch sind, dem Menschen gewidmet. Er arbeitet in Zyklen, schafft Werkreihen, zu denen nicht nur Ölgemälde, sondern auch Zeichnungen und Gouachen gehören. Sie offenbaren weitere Schichten, die er in den Gemälden nur andeutet, die aber für das Verständnis seiner Weltsicht wie für seine Arbeiten nötig sind.

Mitte Juni wird dann wieder internationales Flair in den geschwungenen Ausstellungstrakt einziehen: Kopenhagen, Brüssel und Amsterdam sind die Orte, aus denen jene Künstler stammten, die sich den eingängigen Gruppennamen CoBrA verliehen haben. Asger Jorn, Karel Appel und Corneille sind einige ihrer Hauptvertreter, die – und hier schließt die Ausstellung nicht nur an die legendäre „Informel“-Schau, sondern auch an Streile und Zimmermann an – in den 60er Jahren angetreten waren, das Informel mithilfe des Expressionismus neu zu beleben. -ChG

Streile/Zimmermann: bis 12.8., CoBrA: 23.6.-6.1.2013, Museum für aktuelle Kunst – Sammlung Hurrle, Durbach

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