Netzwerkerinnen der Moderne

Kunst & Design // Artikel vom 18.02.2020

Netzwerkerinnen der Moderne

Mit der umfangreichen Überblicksausstellung „Netzwerkerinnen der Moderne – 100 Jahre Frauenkunststudium” knüpft die Städtische Galerie Böblingen thematisch an die Ausstellungsreihe „Frauen & Kunst” an, einem seit fünf Jahren laufenden Forschungsprojekt über bis heute vernachlässigte Kapitel innerhalb der Frauenkunstgeschichte.

Gezeigt werden über alle dreineinhalb Stockwerke des Museums hinweg über 200 Werke von 50 Künstlerinnen mit den Geburtsjahrgängen 1861 bis 1993. Im spannungsvollen Dialog mit aktueller zeitgenössischer Kunst von Frauen werden zehn frühe Vorkämpferinnen wie Klara Fehrle-Menrad, der Bildhauerin Hanne Schorp-Pflumm oder die Objektkünstlerin Dodo Stockmayer gewürdigt, aber auch das netzwerkintensive Engagement einzelner früher „Malweiber” wie etwa Sally Wiest.

Ein weiteres Thema: 100 Jahre Frauenkunststudium. Denn erst die Erlaubnis zum Aktstudium und folgend das Arbeiten im eigenen Atelier eröffnete künstlerisch tätigen Frauen entscheidende neue Freiräume. 40 der 50 künstlerischen Positionen sind aber der Gegenwartskunst gewidmet.

Einige der Künstlerinnen wie die Münchnerinnen Gabi Blum und Kirsten Kleie oder die in Stuttgart lebende Karima Klasen engagieren sich in Kunstprojekten wie K & K (Bündnis Kunst & Kind) oder Fuks (Freie Unabhängige Künstlerinnen Stuttgart), beides wichtige und überregional vernetzte Plattformen für die zeitgenössische weibliche Kunst.

Das Stuttgarter Dreierteam Monika Drach, Julia Wenz und Anne Römpp hat eigens eine prozessual entstehende Rauminstallation für die Böblinger Schau entwickelt, die passend mit „Netzwerken” betitelt ist. Auch auf die Finissage sei bereits hingewiesen: In Koop mit der Stuttgarter Kunstakademie findet unter dem Motto „The State Of Female Art“ ein großes Diskussionsforum statt. -rw

bis 19.4., Städtische Galerie Böblingen

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