Open Codes: Verlängerung statt Finale

Kunst & Design // Artikel vom 06.01.2019

Christiane Riedel (Foto: Andy Koch)

„Ein Open Space für Open Data und ‚Open Minds‘, ein Update der Vision des ZKM: eine für alle offene Zukunft.“

So beschreibt Christiane Riedel, geschäftsführender Vorstand des ZKM, den Gedanken hinter der Ausstellung „Open Codes“. Die startete im Oktober 2017 als großes Bildungsexperiment: Der Eintritt ist ebenso frei wie die mietbaren Arbeitsplätze innerhalb (!) der Ausstellung, inklusive Obst und Getränken. Nun biegt „Open Codes“ auf die Zielgerade ein. Bis zum 7.4. läuft nun die verlängerte Schau über unsere algorithmisch geprägte Gegenwart noch, dazu gibt es weiterhin Begleitveranstaltungen: Am Mi, 19.12. bietet das arch.lab vom KIT einen Workshop zur Decodierung von Ökosystemen in der Stadtplanung an (14 Uhr, Open Hub). Laura Poitras’ Dokumentarfilm „Risk“ über WikiLeaks-Aktivist Julian Assange wird am Do, 27.12. gezeigt (19 Uhr, Open Hub).

Zu einer Führung aus theologischer Perspektive laden das ZKM und Kirchenvertreter am Fr, 4.1. um 16 Uhr – Treffpunkt: Infotheke im Foyer. Wöchentlicher Fixpunkt am Donnerstag ist das „After Work“, hier verlängern sich die Öffnungszeiten der Ausstellung, gibt es eine halbstündige Mini-Führung um 19 Uhr und am 20.12. zusätzlich die Möglichkeit, am offenen Meet-Up freier Initiativen wie dem Verein Entropia teilzunehmen. Und am So, 6.1. fragt die offene Diskussion „Was ist Open Access?“ (20 Uhr, Open Hub).

ZKM-Geschäftsführerin Christiane Riedel…

…über die Veranstaltungen innerhalb der Ausstellung
„Die Veranstaltungen sind ein elementarer Bestandteil des Konzepts von ‚Open Codes‘, weil damit der Anspruch eingelöst wird, ein Bildungsexperiment für alle zu sein: ‚BürgerInnen bilden BügerInnen‘. Die offene Architektur dieses Ausstellungs- und Wissensexperiments mit seinem partizipatorischen Charakter ist offensichtlich eine äußerst attraktive Location. Dadurch können fast ununterbrochen Veranstaltungen direkt in ‚Open Codes‘ stattfinden, die ganz unterschiedliche Formate haben können: Veranstaltungen, die Personen ohne Voranmeldung wie selbstverständlich für ihren Kreis abhalten, wie z.B. ProfessorInnen, die diesen anregenden Lernort für ihre Seminare nutzen, oder angemeldete Veranstaltungen von Interessensgruppen, von Firmen über ver.di bis zu freien Initiativen sowie Veranstaltungen, zu denen das ZKM selbst einlädt.“

…über den Besucherzuspruch
„Mit ‚Open Codes‘ werden alle Altersgruppen erreicht, aber vor allem die unter 30-Jährigen und hier wiederum die unter 18-Jährigen. Im Verlauf von nun 14 Monaten kamen über 140.000 BesucherInnen, der Besucherzuspruch bleibt ungebrochen hoch.“

Sven Kaun-Feederle (der das Ausstellungsdesign in Zusammenarbeit mit Vitra und dem ZKM konzipierte, ist Experte für neue Arbeitsformen wie Co-Working und schrieb darüber u.a. bereits in Super INKA)...

...über „Open Codes“ als Botschafterin der Zukunft
„Die eigentliche Botschaft des digitalen Wandels lautet: Die Welt von morgen wird sich von einer Arbeits- zu einer Wissensgesellschaft verwandeln. Dies zeigt sich in ‚Open Codes‘ u. a. mit den ineinander fließenden Arbeitslandschaften und Wissensangeboten. Jeder kann hier einfach sein, seine eigenen Inhalte mitbringen und als Einzelner oder Gruppe sich mit den Werken und Workshops auseinandersetzen.“

…über „Open Codes“ als „Urban Office“
„Der Arbeitsbegriff wandelt sich. ‚Open Codes‘ zeigt: Die Grenzen der Arbeitswelt schwinden. Ein Lebens- als Wissensraum in Karlsruhe entstand, der zum Mitmachen einlädt. Besucher kommen sogar mehrfach in die Ausstellung, arbeiten dort, bewegen sich frei im Raum entlang ihren Lernbedürfnissen. Aus Arbeits- und Lebensraum wird eine urbane Lernlandschaft.“

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