Otto Bartning

Kunst & Design // Artikel vom 21.07.2017

„Architekt einer sozialen Moderne“ lautet der Untertitel zu der Ausstellung, die den wohl wichtigsten Architekten protestantischer Kirchen im 20. Jahrhundert ehrt.

Otto Bartning wurde in Karlsruhe geboren, studierte in Berlin und starb in Darmstadt – Anlass genug, die Wanderausstellung in allen drei Orten Station machen zu lassen. Dabei wird sie in der Städtischen Galerie um seine Karlsruher Bauten ergänzt. Mit drei hier zu besichtigenden Kirchen sind sie auch Querschnitt seiner Schaffensperioden: Die Markuskirche fällt in Bartnings Anfänge, die Friedenskirche ist Teil des 48 Notkirchen umfassenden, alle vier Besatzungszonen berücksichtigenden Neubauprogramms, das er 1945 für das Hilfswerk der Evangelischen Kirche in Deutschland entwickelte, und die Thomaskirche ist sein letzter Kirchenbau.

Zudem war er Vorsitzender des Preisgerichts für den Wiederaufbau der Karlsruher Stadtkirche und errichtete in der Zwischenkriegszeit das Franz-Rohde-Haus, dessen Abriss derzeit diskutiert wird. Die Ausstellung beleuchtet Bartnings architektonisches Schaffen aber ebenso wie seine theoretische Auseinandersetzung mit dem Wesen des zeitgemäßen Kirchenbaus.

Darin war er außerordentlich fortschrittlich und setzte in den 1920er Jahren bemerkenswerte Akzente mit dem Entwurf einer Sternkirche und der innerhalb weniger Monate errichteten Stahlkirche. Bartnings facettenreiches Werk, aber auch seine Aktivitäten und theoretischen Überlegungen wie beispielsweise seine maßgebliche Beteiligung am Programm des Bauhauses werden in der Werkschau mit Zeichnungen, Fotografien und Modellen präsentiert. -ChG

Eröffnung: Fr, 21.7., 19 Uhr, 22.7.-22.10., Städtische Galerie, Karlsruhe

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