Perpetuum mobile: Bielicky bis März 2020 im ZKM

Kunst & Design // Artikel vom 13.11.2019

Foto: Zkm.de / Uli Deck / https://zkm.de/de/ueber-das-zkm/stellenangebote

Seit dem 13.10. kann man im ZKM die neue Michael-Bielicky-Ausstellung besuchen.

Die „Perpetuum mobile“-Ausstellung zeigt erlesene technische Innovationen, die die Arbeit des Künstlers in den vergangenen Jahrzehnten widerspiegeln. Die Ausstellung kann bis zum 8.3.2020 besucht werden. Bielicky ist im ZKM kein Unbekannter: Der Medienkünstler arbeitet als Professor für Neue Medien bereits seit 2006 an der Karlsruher Hochschule für Gestaltung. Im benachbarten ZKM hat Bielicky schon an mehreren Forschungs- und Ausstellungsprojekten mitgewirkt. Nun wird von ihm eine Medienausstellung der besonderen Art gezeigt. Die dort präsentierten Werke sollen in erster Linie die Arbeit von Bielicky präsentieren, die der Medienkünstler in den vergangenen vier Jahrzehnten leistete.

Die Ausstellung präsentiert zugleich aber auch die technische und mediale Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte. „Moderne Medien sind ebenso wie die Geräte, über die sie konsumiert werden, zu einem festen Bestandteil unserer Zeit geworden. Von der ersten Entwicklung bis zum heutigen Status quo hat sich aber viel getan“, fasst Ben Wolf von Technikhiwi.de zusammen. Die Ausstellung von Bielicky fasst diese Entwicklungen zusammen. Durch die Werke von Bielicky wird klar, wie vielfältig Technik, Medien und Kunst interpretierbar sind.

Ausstellung begeistert mit vielen Höhepunkten

Unzählige Highlights sind in der Ausstellung „Perpetuum mobile“ zu finden: Eines davon ist die mannshohe Menora, die von Bielicky mit beeindruckenden Maßen versehen wurde. Die Menora ist als siebenarmiger Leuchter gestaltet, dessen Besonderheit die Flammen sind, denn anstelle von Kerzen hat sich Bielicky hier für Bildschirme entschieden. Besonders beeindruckend ist die Menora in Anbetracht der Tatsache, dass sie schon 1988 von dem Medienkünstler entwickelt wurde und noch aus einer Zeit stammt, in der er an der Düsseldorfer Kunstakademie tätig war. Auch die Videoskulptur „The Name“ ist explizit für die Ausstellung von Bielicky nach Karlsruhe transportiert worden. Eigentlich befindet sich die imposante Metallspirale, die sogar begehbar ist, im tschechischen Nationalmuseum in Prag. Die Spirale fällt zum einen sicherlich durch ihre imposanten Abmessungen auf, zum anderen aber auch durch die zahlreichen Bildschirme, die hier versetzt verarbeitet wurden und einmal mehr den Spagat zwischen analoger und digitaler Welt einfangen. Die Werke von Bielicky wurden entschieden durch Nam June Paik geprägt, den er über Jahre hinweg als Mentor auserkoren hatte. Bielicky war nicht nur der Meisterschüler von June Paik, sondern auch jahrelang sein Assistent und arbeitete dabei an verschiedenen Werken mit.

Tschechischer Künstler mit internationalem Erfolg

Bielicky wurde in der tschechischen Hauptstadt Prag im Jahr 1954 geboren und blickt auf eine bewegende Biografie zurück. So fielen seine Großeltern einst den Nazis zum Opfer. Seinen Eltern selbst gelang es zu überleben. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, im Jahr 1969, zog Bielicky gemeinsam mit seinen Eltern nach Deutschland und lernte an der Düsseldorfer Akademie. In den folgenden Jahren war er beispielsweise als Fotograf in New York tätig und knüpfte dort internationale Kontakte. Schließlich landete er nach seiner Rückkehr nach Deutschland in Bernd Bechers Fotoklasse und war an der Seite von Nam June Paik tätig.

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