Pinc kommt! & Rupprecht Geiger

Kunst & Design // Artikel vom 18.11.2017

„Farbe hat wie Licht Anspruch, in die Reihe der Elemente eingestuft zu werden – Feuer, Wasser, Luft, Farbe, Licht und Erde“, sagte der deutsche Pionier abstrakter Malerei Rupprecht Geiger 1975.

Und beschreibt damit passend die Wirkung seiner Arbeit. Das Schauwerk Sindelfingen präsentiert in „Pinc kommt!“ eine umfangreiche Retrospektive mit Exponaten aus allen Schaffensphasen des bedeutenden Vertreters der Nachkriegsavantgarde aus dem Bestand der Sammlung Schaufler und des Archivs Geiger. Der studierte Architekt wandte sich als Autodidakt der Malerei zu und führte in seinen Werken die Symbiose von Licht und Farbe vor.

Die Farbräume des 2009 verstorbenen Künstlers sowie seine Malereien werden von der Leuchtkraft und Energie der Farbe Rot geprägt und lassen beim Betreten der Räume den Betrachter zum Erlebenden werden. Mit physischer Erfahrung sollte das Lebensgefühl steigen, eine Idee, die die rote Trombe von 1985 noch heute faszinieren lässt. Während die Farbe bei Geiger als Lichtreflexion präsent ist, lenkt der Londoner Künstler Jason Martin in seinen Arbeiten die Aufmerksamkeit auf die Materialität von Farbe. Mit einem Kamm zieht er durch dick aufgetragene Ölfarbe und Acrylgel und schafft damit eine expressive Geste aus Linien und Rillen in seinen meist monochromen Malereien.

Die dadurch entstehende sinnliche, rhythmische Oberfläche verleiht den Gemälden einen dreidimensionalen Charakter, der Farbe und Malerei neu erfahren lässt. Der Künstler, bekannt geworden in den 90er Jahren, präsentiert Werke der letzten 20 Jahre bis hin zu aktuellsten Arbeiten, direkt aus dem Atelier des Künstlers. Parallel dazu läuft weiterhin die Ausstellung „Lichtwirbel“, die nach dem Tod der Künstlerin Rosalie bis zum Januar kommenden Jahres verlängert wurde. -hju

Geiger Eröffnung: So, 19.11., 11.30 Uhr, bis 16.9.2018, Martin: bis 28.1.2018, Rosalie: bis 7.1.2018; Sa, 18.11., 18-24 Uhr: Lange Nacht der Museen Böblingen/Sindelfingen, Schauwerk Sindelfingen

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