Poetische Expansionen Teil II

Kunst & Design // Artikel vom 26.07.2017

Nach Nanni Balestrini, Hansjörg Mayer und Gerhard Rühm wird Ende Juli der zweite Teil der Ausstellung „Poetische Expansionen“ eröffnet.

Die Ausstellungsreihe fokussiert auf die künstlerischen Entwicklungen der 1950er bis 70er Jahre, hervorgegangen aus der Dichtung und der Literatur. Im zweiten Teil werden Helmut Heißenbüttel „schreiben sammeln senden“, Reinhard Döhl „Alles ist möglich. Alles ist erlaubt.“, und Konrad Balder Schäuffelen „sprache ist fuer wahr ein koerper“ eröffnet.

Auch sie befreien den Text aus dem Zwang der Narration und verwenden Buchstaben, Zeichen und Laute als reines künstlerisches Material. So gehörten Döhl und Heißenbüttel zu der Stuttgarter Gruppe um Max Bense, die sich der Produktion von konkreter Poesie verschrieben hatte; sie verwendeten die phonetische, visuelle und akustische Dimension der Sprache als literarisches Mittel.

Die Ausstellung zu Helmut Heißenbüttel umfasst Texte und Hörspiele, Sendungen aus dem Programm „Radio-Essay“, Mappenwerke in Zusammenarbeit mit Künstlern sowie Bilder und Objekte aus der Sammlung Heißenbüttel. Auch Reinhard Döhl war Spezialist fürs Hörspiel. Seine Neugier auf Neue Medien wird in den gezeigten Netzliteratur- und Netzkunstprojekten deutlich, ergänzt von Arbeiten aus seinem Gesamtkunstwerk. Seine zentrale Frage lautete, inwieweit sich Texte ohne völligen Aussageverlust reduzieren lassen.

Konrad Balder Schäuffelen hingegen stellte vor allem Sprach- und Buchobjekte sowie audiovisuelle Installationen her, um das Bewusstsein für Poesie und Kunst zu schärfen. Im zweiten Teil zeigt das ZKM u.a., wie die Erben der Futuristen und Dadaisten die dritte Dimension, den Raum, und die vierte Dimension, die Zeit, erobern. -hub

Eröffnung: Mi, 26.7., 19 Uhr, bis 22.10., ZKM-Lichthof 1+2, Karlsruhe

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