Retrospektive Ausstellungen bereiten den Boden für die „Globale“

Kunst & Design // Artikel vom 14.09.2014

1989, im Jahr des Mauerfalls, entstand am Cern in der Schweiz das World Wide Web und gleichzeitig wurde in Karlsruhe das ZKM gegründet.

Ein Zusammenfallen von Ereignissen, die bedeutend sind für das Selbstverständnis des Zentrums für Kunst und Medientechnologie. Die mit dem Mauerfall beginnende neue Phase der Globalisierung spiegelt sich in den Ausstellungen, aber auch dem Gastkünstlerprogramm und zahlreichen international ausgerichteten Veranstaltungen wider. Das Internet ist – nicht zuletzt aktuell mit dem neuen Web-Format „Art On Your Screen“ und dem „App Art Award“ – ein wichtiger Referenzrahmen.

Abgeglichen wird dieser auch an den künstlerischen Pionieren. Ob „Beuys – Brock – Vostell“ im Museum für Neue Kunst oder Jean-Jacques Lebel und Jonas Mekas im Medienmuseum: Diese Ausstellungen zeigen rückblickend die historischen Quellen des ZKM. Die Interaktion in der Medien- und Aktionskunst wurde in den 60er Jahren entwickelt und ist durch das Internet zum Mainstream geworden; die performativen Künste mit ihrem Willen, den Menschen (respektive den Betrachter) verstärkt ins Kunstgeschehen einzubinden, sind einer der wichtigen inhaltlichen Themenschwerpunkte des ZKM. Mit Lynn Hershman (die bereits bei „Moments“ 2012 zu sehen war) wird eine der wegweisenden frühen Medienpionierinnen unter dem Titel „Civic Radar“ Ende dieses Jahres präsentiert.

Zum offiziellen ZKM-Jubiläum am 12.9. präsentieren dann der ehemalige Kulturamtsleiter Michael Heck, Rolf Funk und Peter Weibel ihr Buch, das sich mit der Gründungs- und Ideengeschichte des ZKM, den Akteuren und dem Hallenbau auseinandersetzt. Das „partizipative Bottom-up-Projekt ZKM“ sei „eine enorme Leistung aus der Bürgerschaft heraus gewesen, die man nicht hoch genug einschätzen kann.“, so Christiane Riedel. Der Blick zurück auf die Anfänge ist im Jahr 25 der Gründung des „digitalen Bauhauses“, wie Heinrich Klotz das ZKM nannte, auch eine gute Möglichkeit, Bilanz zu ziehen. -ChG

Beuys – Brock – Vostell (MNK)/Lebel, Mekas (Medienmuseum): bis 9.11., Game Play/App Art Award: Eröffnung: 12.9., MNK; Lynn Hershman: ab 13.12., MNK, Karlsruhe

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Bitte addieren Sie 7 und 8.

WEITERE KUNST & DESIGN-ARTIKEL





Kunst & Design // Tagestipp vom 28.11.2020

Nachdem der in Berghausen lebende kubanische Skulpturenkünstler den Oktober über anlässlich des 30. Jubiläums der Wiedervereinigung im Café Grundrechte unterm Titel „Menschenrechte – Presse- und Meinungsfreiheit“ ausgestellt hat, lädt er an zwei Wochenenden in den Park hinter seinem Atelier.





Kunst & Design // Tagestipp vom 27.11.2020

Die Vorbereitungen für den Aufbau der Ausstellung waren längst in vollem Gang und die Transporttermine für die zahlreichen Leihgaben größtenteils vereinbart.



Kunst & Design // Tagestipp vom 26.11.2020

Bis jetzt hat die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe ihren Studierenden trotz der Pandemielage unter strengen Hygienevoraussetzungen die Arbeit in den Ateliers und Werkstätten der Hochschulgebäude im WS 2020/21 weiterhin möglich gemacht.





Kunst & Design // Tagestipp vom 20.11.2020

Wie menschliche und nichtmenschliche Akteure zu einem produktiven Zusammenleben finden, zeigt aktuell die Latour-Ausstellung „Critical Zones“ im ZKM.





Kunst & Design // Tagestipp vom 18.11.2020

Im Rahmen dieses „How Do We Care?“-Onlinevortrags gibt Marinella Senatore Einblicke in ihre Arbeit an der nomadisch reisenden School of Narrative Dance.