„Romantik und Roulette“-Ausstellung im Stadtmuseum Baden-Baden

Kunst & Design // Artikel vom 18.02.2020

Baden-Baden hat im 19. Jahrhundert eine große Veränderung durchlebt.

Aus einem kleinen, verträumten Städtchen wurde eine Freizeitmetropole, in der sich der Adel traf, um seinen Urlaub zu verbringen und die warmen Thermalbäder zu genießen. Gleichzeitig entwickelte sich eine blühende Casinoszene, die von den Schönen und Reichen Europas genutzt wurde, um sich zu unterhalten und Zeit mit Gleichgesinnten zu verbringen. Das Stadtmuseum Baden-Baden hat sich dieser Entwicklung angenommen und eine interessante Ausstellung über das geschichtliche Kapitel und kulturelle Phänomen der Stadt ausgerichtet. Besucher können zurzeit tolle Exponate aus der besagten Zeit bewundern und alles über die Entwicklung erfahren!

Ausstellung „Romantik und Roulette – Das Weltbad im 19. Jahrhundert“

Eine neue Dauerausstellung begann im Stadtmuseum Baden-Baden und wird hier für einige Jahre verweilen. Bis Dezember 2024 sollen die Exponate, die die Entwicklungen der damaligen Zeit in Baden-Baden repräsentieren, ausgestellt sein und über die Bade- sowie Casinokultur des Orts berichten. Hier können Besucher über die Nutzung der Thermalbäder im 19. Jahrhundert erfahren und die beliebtesten Spiele des Adels begutachten. Altertümliche Casinotische und Spieljetons aus dem Casino Baden-Baden können hier bewundert werden, genauso wie zahlreiche Gemälde und Möbelstücke. Auch das Museumsgebäude selbst hat eine lange Geschichte und wurde bereits 1892 eröffnet. Es befindet sich im Alleehaus an der Lichtentaler Allee, einer prächtigen Parkanlage im Herzen der Stadt, wenige Gehminuten vom Casino Baden-Baden entfernt. Besucht werden kann die Ausstellung zu den offiziellen Öffnungszeiten des Museums, täglich von 11 bis 18 Uhr – nur montags und an ausgewählten Feiertagen ist das Museum geschlossen. Bei einem Eintrittspreis von nur fünf Euro lohnt sich der Besuch allemal. Führungen können auf Anfrage gebucht werden und eignen sich vor allem für Gruppen, da es hier Ermäßigungen gibt.

Bade- und Casinokultur über die Jahrhunderte

Schon seit der Antike wurden thermale Bäder genutzt, um die Gesundheit zu fördern und für Entspannung zu Sorgen. Bereits die Römer nutzen Thermalquellen, um auf ihnen luxuriöse Badetempel zu erbauen und ihre Freizeit im warmen Wasser zu verbringen. Diese Tradition hat sich bis heute gehalten und sogar den Namen der Stadt Baden-Baden geprägt. Die ersten Bäder sollen in der Stadt bereits aus der Antike stammen, auch wenn von den damaligen Anlagen nicht mehr viel erhalten ist. Der römische Kaiser Caracalla soll die ersten Bauten in seiner Herrschaftszeit zwischen 211 und 217 in Auftrag gegeben haben, weshalb auch heute noch eine Therme in Baden-Baden nach ihm benannt ist. Zu einem beliebten Badeort für Reisende wurde Baden-Baden bereit im 15. und 16. Jahrhundert. Zu diesem Zeitpunkt zählte die Stadt rund 3000 Badegäste jährlich, verfügte über 12 Herbergen und 400 Badekabinen. Adelige Gäste kamen angereist, um ihren Urlaub in der Stadt zu verbringen, darunter sogar Kaiser Friedrich III. Im 16. Jahrhundert erforschte Paracelsus die Heilkraft der Quellen und verkündete, dass viele Krankheiten durch das Baden in den Quellen gemildert werden konnten. Damit stiegen die Besucherzahlen weiter an. Auch die Aufklärung über Körperhygiene fand zu dieser Zeit verstärkt statt und der Adel sah den Besuch in den Bädern außerdem als Luxus an.

Im 19. Jahrhundert wurde das Friedrichsbad erbaut, das im Stil der italienischen Renaissance gestaltet ist. Es galt als das modernste Badehaus des gesamten europäischen Kontinents und wurde bald zu großen Sensation – heute ist es einer der beliebtesten Orte zum Saunieren und Baden. Der Ansturm war so groß, dass ein weiteres Bad errichtet werden musste, um alle Gäste zu betreuen, das Augustabad genannt wurde. Neben zahlreichen Kuren und entspannenden Stunden in der Therme, nutzten die Adeligen ihre Zeit dort auch dazu, Casinospiele wie Roulette zu spielen. Anfangs wurden die Spiele in Hotels veranstaltet, später eröffnete man offizielle Spielbanken. Als das Casino Baden-Baden dann jedoch in die Räumlichkeiten des Kurhauses einzog, wurde eine Vielzahl anderer Casinos geschlossen. Das Interesse des Adels an der Kombination Therme und Casino war einfach zu groß. Gespielt wurden traditionelle Spiele wie Roulette und Poker, dazu das Spiel Pharao. Bald nannte man Baden-Baden die „Sommerhauptstadt Europas“, da sich hier der wichtigste Adel traf. Damit wurde der Ort auch zu dem perfekten Treffpunkt von Herrschern und Bündnispartnern.

Das Casino in der heutigen Zeit

Seit dem Ende des 20. Jahrhunderts haben sich die Casinos mitsamt ihren Spielen äußerst modernisiert, was auch mit der Entwicklung technischer Errungenschaften zusammenhängt. Die heutige Casinoszene hat sich stark verändert und insbesondere Online-Casinos treten dabei immer weiter in den Vordergrund. Der Andrang an diese ist heutzutage so hoch, dass stets neue Spielvariationen eingeführt werden. So gibt es bei etablierten Anbietern wie dem 888 Casino mittlerweile zahlreiche Varianten des traditionsreichen Spiels Roulette, die erst durch den Einsatz von Computern entstanden sind, darunter beispielsweise Super Stakes Roulette oder Live Lightning Roulette. Diese Modernisierung beeinflusst jedoch auch die landbasierten Casinos. Mittlerweile verfügen nämlich ebenso viele dieser Spielbanken über digitale Spiele, sowohl im Bereich der Spielautomaten, als auch in Form von Video Poker oder Video Blackjack. Das Casino Baden-Baden hat allerdings noch viele seiner traditionellen Elemente behalten, vor allem in Bezug auf die opulente Einrichtung und Architektur des Kurhauses.

Das Spielangebot hat sich natürlich stark verändert, beinhaltet aber immer noch traditionelle Tischspiele wie Roulette und Poker, die von professionellen Croupiers betreut werden. Unter Casinofans ist die Spielbank extrem beliebt und wurde 2020 sogar zum besten Casino Deutschlands gewählt. Obwohl der Kurort heute an Wichtigkeit in Europa verloren hat, wird er noch von vielen deutschen Touristen oder Urlaubern aus den Nachbarländern besucht. Das Casino verfügt auch über exklusive Restaurants und Bars, die es zu einem beliebten Ort für Feinschmecker aus der Region machen. Außerdem werden Konzerte und andere Events in den Räumlichkeiten des Casinos ausgerichtet. Auch große Pokerturniere machen in der Spielbank halt und laden Profis aus aller Welt in den Kurort ein. Damit ist die Spielbank in Baden-Baden immer noch ein zentraler Treffpunkt von Spielern, beschränkt sich jedoch nicht mehr nur auf den Besuch der Reichen. Heute ist der Besuch für jeden erschwinglich und ist eine Unterhaltungsquelle für Gäste aus allen Einkommensschichten.

Wer mehr über die Geschichte der Bade- und Casinokultur von Baden-Baden erfahren möchte, sollte dem Stadtmuseum Baden-Baden einen Besuch abstatten. Die nächsten vier Jahre findet hier eine Dauerausstellung zum Thema „Romantik und Roulette – Das Weltbad im 19. Jahrhundert“ statt und kann für den geringen Preis von fünf Euro besucht werden. Als wichtiger Teil der Stadtentwicklung sind das Casino und die Thermalbäder ein interessanter Meilenstein für den Ort.

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