Sasha Waltz - Installationen, Objekte, Performances

Kunst & Design // Artikel vom 15.10.2013

Ob wir gut einschätzen können, wie lang, wie breit ein Raum ist, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab.

Nicht zuletzt davon, ob wir selbst mit unserem Körper den Raum begreifen können. Je größer der Raum, desto schwieriger – dies wurde eindrucksvoll deutlich bei der Vernissage zur Ausstellung „Sasha Waltz – Installationen, Objekte, Performances“, und dies lässt sich die nächsten Monate (fast) jeden Tag im ZKM erleben.

Dabei wird das Museum zum ganz besonderen Erlebnisraum: Nicht in dem Sinn, dass ein Event das andere jagt, eine spektakuläre Aktion von der nächsten abgelöst wird. Vielmehr können wir dem Körper, unserem Körper in seiner Raumhaftigkeit, in seinem Besetzen des Raumes nachspüren und die Distanzen im Raum (nicht zuletzt zu den Performern und den anderen Besuchern) erleben. Das Museum – ein verstaubter Ort, an dem die Kunstwerke begraben werden, wie die Institutionskritik seit den 1960er Jahren immer wieder anmerkte?

Mitnichten! Im ZKM wird das viel bemühte Wort vom „Crossover der Künste“ mit Inhalten gefüllt und durch die Performances belebt. Sasha Waltz hat eigens fürs ZKM Teile ihrer Bühnenbilder zu Installationen umgearbeitet, hat ihr Archiv geöffnet und gewährt damit Einblick in die Prozesshaftigkeit ihres Schaffens. Es ist eine großartige, eine besondere, sehr berührende Schau, die das ZKM anlässlich ihres 50. Geburtstags und des 20. Compagnie-Jubiläums mit der gebürtigen Karlsruherin Waltz zusammen realisiert hat.

Mit allen Sinnen die Kunst erleben, aus dem Museum für den Alltag Erfahrungen mitnehmen – ob beim Stahlstab aus „Sacre“, dem zum Video gewordenen Ausschnitt aus „Körper“ oder den vielen kleinen Überraschungen, die die Ausstellung parat hat. -ChG

bis 2.2.14, Performances: Mi 10-13 Uhr, Fr/Sa 15-18 Uhr, So 11-14 und 15-18 Uhr, ZKM-Medienmuseum, Karlsruhe

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