Schauwerk Sindelfingen

Kunst & Design // Artikel vom 11.12.2022

Die aus Japan stammende Installations- und Performance-Künstlerin Chiharu Shiota hat in ihrer Ausstellung „Silent Word“ eigens für das ehemalige Hochregallager des Schauwerks eine ihrer faszinierenden Installationen aus ineinander verwebten Fäden entworfen.

Im Zentrum des Raums stehen ein leerer Stuhl und ein Sekretär, mit Buchstaben bedeckt, die an Fäden bis zur Decke schweben und ein Eigenleben zu entwickeln scheinen. Die Buchstaben dehnen sich aus wie ein Universum der Gedanken und Emotionen, doch niemand kann sie hören. Ergänzt wird die Installation durch Objekte, eine Leinwandarbeit und Zeichnungen. Shiota, die seit 1996 in Berlin lebt, wurde 2015 mit ihren filigranen und zugleich imposanten Rauminstallationen weltbekannt, als sie den japanischen Pavillon auf der 56. „Biennale“ von Venedig bespielte.

Parallel zeigt das Schauwerk Sindelfingen eine umfangreiche Retrospektive des Malers Ben Willikens (geb. 1939) mit rund 100 Arbeiten aus allen Schaffensphasen. Willikens ist bekannt für seine großformatigen Bilder von fiktiven, menschenleeren Räumen in subtilen Grautönen, die wie idealtypische Architekturen der Renaissance wirken. Gemälde aus der Sammlung Schaufler werden ergänzt durch Leihgaben aus Museen, Privatbesitz und aus dem Atelier des Künstlers. Erkunden kann man das Schauwerk z.B. bei einem Wandelkonzert (So, 11.12.): Die rund 50 SängerInnen der Singakademie Stuttgart stehen für anspruchsvolle Chormusik auf gehobenem Niveau und führen Werke von Franz Schubert (u.a. seine Winterreise) sowie die Weihnachtslieder Opus 8 von Peter Cornelius (1824-74) auf (11.30+15 Uhr). -rw

Ben Willikens: bis 12.2.; Chiharu Shiota: bis 8.10., Schauwerk Sindelfingen

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