Schöngeschrieben

Kunst & Design // Artikel vom 24.06.2022

Armschmuck, Gold, Emaille, Lucien FalizeParis, um 1880 (Foto: Günter Meyer)

Johannes Reuchlin war der Erasmus von Pforzheim.

Der Humanist, Philosoph, Jurist und Diplomat liebte und studierte die Sprachen und setzte sich für interreligiösen Dialog ein. Vor 500 Jahren starb Reuchlin in Stuttgart. In seiner Geburtsstadt Pforzheim pflegt man eine lange Reuchlin-Tradition, die sich architektonisch im Reuchlinhaus manifestiert.

Dort ist auch das Schmuckmuseum angesiedelt, in dem zum Reuchlinjahr die Ausstellung „Schöngeschrieben“ ganz im Zeichen von Sprache, Schrift und Schmuck steht. Die Sonderausstellung veranschaulicht Reuchlins Offenheit für Sprachen und fremde Kulturen und zeigt schmucke Handschriften und kostbare Drucke aus seinem Umfeld.

Zeitgenössische Kalligrafie aus der Sammlung der Akademie der Künste Berlin und skulpturale Arbeiten des Duos Fischerartwork flankieren die alten Exponate. Auch die Dauerausstellung im Schmuckmuseum ist von Bezügen zwischen Schrift und Schmuck geprägt. Schmuckstücke mit sprachlichen Elementen weisen vielfältige Ornamentiken und Symboliken auf, so der nubische Silberschmuck aus der Sammlung Sibylle und Wolfgang Mayer.

Videoinstallationen zu Texten der Menschheitsgeschichte und der bibelschreibende Roboterarm „Bios (Bible)“ sorgen für Belebung. Gegenüber des Reuchlinhauses, bei „Schütt – Schmuck und Edelsteine“, ist die Ausstellung „Chiffre – die geheime Sprache des Schmucks“ mit Stücken aus der Goldschmiedeschule zu sehen. -fd

Eröffnung: Fr, 24.6., 19 Uhr; bis 6.11., Schmuckmuseum Pforzheim

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