Siegfried Anzinger

Kunst & Design // Artikel vom 14.02.2019

„Von der Zeichnung verlange ich klare Definitionen, Malerei verbinde ich mit einem Gesamtton. Zeichnungen lese ich, Bilder will ich hören“, sagt der Künstler Siegfried Anzinger.

1953 in Oberösterreich geboren, war er als „Neuer Wilder“ in den frühen 80er Jahren maßgeblich am Aufbruch einer neuen Malereiszene in Österreich beteiligt, war auf der „Documenta 7“, auf der Biennale Venedig 1988 und ist jetzt Professor in Düsseldorf. Figurativ ist seine Malerei, sie überrascht mit immer neuen Bildfindungen, suggeriert einen Eindruck von Schnelligkeit und Spontaneität, Leichtigkeit und Unmittelbarkeit. Dabei trägt er auf seine Bilder oft bis zu 20 Malschichten übereinander auf. Mit einer umfangreichen Einzelausstellung würdigt ihn das Museum Würth als einen der universellsten Künstler seiner Generation.

Zeigt frühe Bilder wie „Der Mondgeher“, der in den wie hingeschmiert wirkenden Öloberflächen zu ertrinken scheint, ebenso wie seine zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit balancierende Karren- und Madonnenbilder. Anzinger malt sie gerne in Leimfarbe, die er ohne Vorzeichnung verarbeitet, nicht spontan, aber rasch, denn Leimfarbe trocknet schnell. Erproben und Verwerfen wurden seine Maximen, die mit narrativen Formen und Motiven wie der Flucht oder der Schöpfung, Michaels Kampf mit dem Drachen oder absurden, komischen Episoden aus der Welt der Cowboys und Indianer spielt. Daneben werden auch einige seiner vielfältigen plastischen Arbeiten wie die bewegten Terrakottaskizzen gezeigt, von denen manche in großem Format ausgeführt und in Bronze gegossen wurden wie etwa die Berlinerin. Immer stehen die Plastiken jedoch in direkter Wechselwirkung zur Malerei. -gepa

bis 13.10., Museum Würth, Künzelsau

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