Skulpturale Raumchoreografien

Kunst & Design // Artikel vom 13.01.2017

Gerlinde Beck (1930-2006) zählt zu den bedeutendsten Bildhauerinnen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Deutschland.

Die gebürtige Stuttgarterin schuf in verschiedenen Werkphasen Skulpturen, die eine ganz eigene Formensprache aufweisen. Bewegung, Materialität und Raumempfinden spielen dabei Hauptrollen: Durch das Einbeziehen von Tanz, Musik, Tektonik und Balance inszeniert die Künstlerin dynamische Bewegungsformationen und energetische Liniengefüge, die wie skulpturale „Raumchoreografien“ anmuten.

Sie wollte nichts weniger, als den Werkstoff Metall schwerelos erfahrbar zu machen. Ein frühes Beispiel für ihre innovative, interdisziplinäre Arbeit findet sich in der als mehrteiliges Werkensemble von 1972 bis 1974 entstandenen „Klangstraße“, bei der die Plastiken als Klangkörper funktionieren. Die in Interaktion erzeugten Töne dehnen sich als akustische Figuren im Raum aus und erweitern die Skulpturen so um eine zusätzliche raumgreifende Dimension.

Die Rekonstruktion dieser Skulpturengruppe stellt ein Highlight der Ausstellung dar. Am Fr, 13.1. um 19.30 Uhr gibt es mit Tanzpädagogen ein interaktives Besucherprogramm, zur Finissage am So, 5.2. um 15 Uhr zeigen Absolventen des Privaten Berufskollegs Tanz-Akademie Minkov eine abstrakte Collage, die unbewegte Kunst lebendig werden lässt. -rw

bis. 5.2., Städtische Galerie Böblingen

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