Skulpturen aus Papier

Kunst & Design // Artikel vom 19.03.2017

Kurt Schwitters, 47 12 very complicated, 1947 – bpk/Sprengel Museum Hannover/Michael Herling/Aline Gwose

Es scheint paradox.

Papier ist revolutionär. Nicht als Träger für Pamphlete, sondern als Material für Skulpturen. Denn die der Skulptur üblicherweise inhärente Monumentalität wird abgelegt zugunsten des Hinterfragens von Realität. Gleichzeitig wird die Skulptur im Wortsinn vom Sockel gestoßen, auf den Boden der Tatsachen geholt und in ihrer Substantialität in Frage gestellt. Dabei drängt sich der Vergleich zum japanischen Pavillon auf der Expo 2000 auf, den Shigeru Ban zusammen mit Frei Otto überwiegend aus Papier errichtete.

Die Ausstellung in der Kunsthalle Vogelmann zeigt einen Querschnitt des Themas von seinen Anfängen zu Beginn des 20. Jahrhunderts bis heute. Künstler wie Pablo Picasso und Kurt Schwitters konstruierten in den 1920er Jahren erstmals Skulpturen aus Papier, wobei letzterer mit seinem „Merzbau“ bereits mächtig am Skulpturbegriff rüttelte. Denn er schuf, quasi als überdimensionierte, begehbare Skulptur, eine betretbare Alltagscollage.

Franz Erhard Walther, Thomas Hirschhorn und Karla Black stehen für das Prozesshafte und die aktuellen Fragen, die mit dem Arbeiten in Papier in der Dreidimensionalen verbunden werden. Spannend wird sicher auch der Beitrag der Turner-Preisträgerin Black sein, die eigens für die Kunsthalle Vogelmann eine neue Papierskulptur entwickelt hat. -ChG

19.3.-2.7., Kunsthalle Vogelmann, Heilbronn

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