Stadtleuchten

Kunst & Design // Artikel vom 14.11.2016

Diese „Stadtleuchten“ sind keine Neuauflage des KA300-Ideenwettbewerbprojekts.

Vielmehr nehmen die Karlsruher Stadtwerke mit ihrer Ausstellung auf eine eintrittsfreie Zeitreise durch die Geschichte der hiesigen Straßenbeleuchtung. Wo 1780 noch 435 einzeln zu entzündende Rapsöllampen schummriges Licht spendeten (und zwar nur in mondscheinlosen Nächten und wenn der Markgraf zugegen war!), erhellen heute allabendlich über 58.000 elektrische Lampen die Fächerstadt.

Die 26 Zeitzeugen sind ganz klar die Stars der Schau in der bislang für den Publikumsverkehr nicht zugänglichen Stadtwerke-Betriebsstelle auf dem Schlachthof-Areal nahe dem Messplatz. Durch diverse „Lichtwissen“-Installationen wird der Ausstellungsbesuch zum erfahrbaren Erlebnis, bevor es zur „Lichtkunst“ geht. Hier animiert die vom ZKM geliehene interaktive Multi-User-Installation „Bubbles“ dazu, den an die Wand projizierten umherschwebenden Seifenblasen eine neue Flugrichtung zu geben; mit überdimensionierten Schaumstoffbauklötzen kann man sich außerdem „Eine eigene Stadt aus Licht und Schatten“ bauen. Die „Lichtblicke“ im Untergeschoss eröffnen schließlich ein begehbares Stadtpanorama mit Blick vom Turmberg.

Neben einem historischen Bilderbogen sind hier auch Nachtaufnahmen von Hobbyfotograf Manfred Weiß zu sehen. Der Leiter des Servicebereiches Straßenbeleuchtung bei den Stadtwerken hat Kuratorin und Kunsthistorikerin Nina Rind bei den Vorbereitungen zur Ausstellung, die mit den „Lichtwegen“ auf dem Außengelände auch einen Spot auf die nahe Zukunft wirft, maßgeblich beiseite gestanden. Ihre begleitende Chronik stellt sie am Mo, 14.11. um 20 Uhr im Regierungspräsidium auf der „Bücherschau“ vor. -pat

bis 20.11., Sa+So 13-20 Uhr, Betriebsstelle Ost, Schlachthausstr. 3, Karlsruhe

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