Tag der offenen Tür in den Künstlerateliers am Hauptbahnhof

Kunst & Design // Artikel vom 03.10.2015

Kreativität, kreatives Chaos und der Wunsch nach Profit – es ist eine Vielzahl von Interessen, die nicht gut unter einen Hut zu bringen sind.

Die Rede ist von der Situation hinter dem Hauptbahnhof, wo in den Gebäuden des ehemaligen Bahn-Heizwerks seit fast 25 Jahren ebenso viele Künstler arbeiten. „Gentrifizierung“ heißt das Schlagwort, das zum Gemeinderatsbeschluss einfällt, der das Areal in einen „Kulturpark“ (à la „Alter Schlachthof“?) umwandeln will. Die Mieten steigen dann natürlich, was vermutlich einen Schlussstrich unter die kostengünstigen Kreativräume zieht. Prekär nur, dass es sich hierbei um etwa ein Drittel der städtisch subventionierten Ateliers handelt.

Vielleicht sollte jenseits des Profitdenkens und des Schielens nach einem potenten Investor endlich eine ernst gemeinte Vision entwickelt werden, wo die Stadt in 30 Jahren stehen soll, was für ein Image sie transportieren will und was sie bereit ist, dafür zu tun – auch für die Kultur, die Humus für Neues sein kann und nicht nur „high end“ in aufwändig sanierten Gebäudekomplexen zu Hause ist. Vielleicht sollte man sich städtischerseits auch einfach an bestehende Kulturkonzeptionen gebunden fühlen. Um auf ihre Situation aufmerksam zu machen und Raum zur Diskussion und Information zu bieten, öffnen die Künstler einen Tag lang ihre Ateliers. -ChG

Sa, 3.10., 11-20 Uhr, Ateliers hinter dem Hauptbahnhof, Karlsruhe

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