Über 48.000 „art“-Besucher erwartet

Kunst & Design // Artikel vom 07.03.2013

„Mit Leidenschaft für die Kunst“ hat sich die „art Karlsruhe“ von 82 Galerien und 20.500 Besuchern im Jahr 2004 zur größten deutschen Messe für Klassische Moderne und Gegenwartskunst mit 220 Galerien entwickelt.

Dieses Jahr werden über 48.000 Besucher erwartet. Im zehnten Jahr präsentieren sich in Karlsruhe bis zum Sonntag Galerien aus 13 Ländern mit Werken von über 1.700 Künstlern aus aller Welt. Wie jedes Jahr punktet die Messe mit ihrem breiten Angebot von Malerei und Skulptur vom frühen 20. Jahrhundert bis zur Gegenwart.

Die wertvollsten Werke haben Galerien mit Schwerpunkt Klassischer Moderne im Gepäck. 2,65 Millionen Euro kostet zum Beispiel Emil Noldes „Blumengarten (S)“ von 1924. Zu weiteren Highlights am Stand der Düsseldorfer Galerie zählen ein abstraktes Bild von Gerhard Richter von 1980 (750.000 Euro) sowie Richters Farbkombinationen „3 x 3 Farben“, entstanden 2007 (85.000 Euro), und „Schwarz-Rot-Gold II“ (34.500 Euro).

Das hochpreisigste Bild der Messe, der „Totentanz der Mary Wigman“ (1926/1928) von Ernst Ludwig Kirchner, mit rund 3,7 Millionen Euro veranschlagt, sieht man am Stand der Schweizer Galerie Henze & Ketterer. Francis Botts „Composition“ (1957) fand ebenso rasch einen neuen Besitzer wie Theodor Werners „o.T. IX“ (1963) und Fritz Winters „Ohne Titel (Rot und Blau II)“ (1962).

Bert Schlichtenmaier veräußerte gleich zu Messebeginn eine Stahlskulptur von Horst Antes für 34.000 Euro und ein Relieftorso aus Bronze von Wilhelm Loth für 7.000 Euro. Das teuerste Werk an seinem Stand, „Kadenz in Moosgrün“ (1958), ein Scheibenbild von Ernst Wilhelm Nay für 380.000 Euro, ist noch zu haben. Am Stand gegenüber konnte sein Kollege Hans Maulberger unter anderem eine Arbeit des Informel-Meisters K.R.H. Sonderborg für 24.000 Euro weiterreichen. Und auch die Pariser Galeristin Anne Lahumière, die zu den 34 Neuausstellern der „art Karlsruhe“ zählt, registrierte erfolgreiche Verkaufsabschlüsse: Ein Gemälde von Jean Leppien ging bereits in den ersten Messestunden an ein deutsches Museum. „Die Grande Dame der geometrischen Abstraktion“, wie sie ein Sammler am Stand nennt, zeigt unter anderem Großformatiges von Victor Vasarely, Arbeiten von Günter Fruhtrunk und Adolf Fleischmann.

Doch auch die junge Kunst hat bei der „art Karlsruhe“ ihren großen Auftritt: In der dm-arena, Schauplatz für junge Positionen, können sich Einstiegssammler aktuellste Kunst für den kleineren Geldbeutel sichern. Im Eingangsfoyer begrüßen den Besucher imposante, unter der Decke schwebende Ballons des Offenburger Künstlers Stefan Strumbel. Mit seinen poppig verfremdeten Schwarzwaldmotiven bespielt er die Aktionshalle und sorgt mit der exklusiven Sonderedition „Liebe, Glaube, Hoffnung“ in einer Kapelle für viel Aufsehen. Obendrein ist Strumbel am Stand der Circle Culture Gallery mit einer One-Artist-Show vertreten.

Von 350 Euro für Editionen bis hin zu 60.000 Euro für das großformatige Werk „Lucky Heimat“ erstreckt sich das Preisspektrum der Berliner Galerie. Schon nach einer halben Stunde verkauft: eine schwarzglänzende Strumbel-Kuckucksuhr mit dem Titel „Black Sabbath“, die für 15.900 Euro an einen Privatsammler ging. Editionen wie „Rock Your Heimat“ oder „Heimat Loves You“ fanden gleichfalls raschen Absatz.

Für museales Flair sorgt die Sonderausstellung mit Fotografien von Gisèle Freund (1908 bis 2000) aus der Kollektion der Luxemburger Sammlerin Dr. Marita Ruiter. Knapp 180 Fotografien spannen den Bogen von frühen Reportagen aus den 1930er Jahren, die den beginnenden Faschistenterror in Deutschland dokumentieren, bis zu eindringlichen Porträts von Künstlern, Schriftstellern und anderen bedeutenden Persönlichkeiten. Selten sah man das Werk der Meisterfotografin in einer solch eindringlichen Dichte. -ps/pat

Do-So, 7.-10.3., 12-20 Uhr, So 11-19 Uhr, Messe Karlsruhe, Eintritt: Tageskarte 16 Euro (erm. zwölf Euro), Abendkarte ab 17 Uhr (So ab 16 Uhr) zehn Euro, Zwei-Tageskarte 24 Euro (erm. 20 Euro), Dauerkarte 30 Euro (erm. 26 Euro)
Shuttle-Bus kostenfrei ab/bis Hbf im 20-Minuten-Takt und über ZKM/Kunsthalle im Stundentakt
www.art-karlsruhe.de
www.facebook.com/artkarlsruhe

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