UND #7

Kunst & Design // Artikel vom 09.12.2011

Sie ist bunt, lebendig UND sie ist anders.

Die UND präsentiert seit mittlerweile sieben Jahren Künstlergruppen und temporäre Projekte aus Karlsruhe, Deutschland und der Welt. Mit der ursprünglich als Gegenveranstaltung zur art initiierten Plattform war die UND deutschlandweit die einzige Veranstaltung, die sich für junge, unetablierte Künstler als Nische anbot. Der Begriff der „Initiative“ ist dabei weit gefasst, denn diese können sich auch nur für diese Bewerbung zusammenschließen. Aber selbstverständlich richten sich die Organisatoren mit ihrem Aufruf auch an klassische Offspaces, Produzentengalerien und Künstlergruppen.

Einzelbewerbungen von Künstlern sind dagegen nicht vorgesehen. Dabei scheint es, als hätten die Ausstellungsmacher „ihren“ Adorno gelesen, denn der meinte schon in den 50er Jahren, dass die Aufgabe von Kunst heute sei, Chaos in die Ordnung zu bringen. Etwas chaotisch ging es bislang immer zu: Sei es, weil sich plötzlich zu wenige Künstlerinitiativen an der UND beteiligen wollten, sei es, weil die finanzielle Situation alles andere als rosig war. Doch Florian Adler, einer der Mitverantwortlichen der alternativen Kunstplattform UND, gibt sich zuversichtlich und hofft künftig auf etwas ruhigeres Fahrwasser.

Und das Chaos hat natürlich auch System. Denn die Initiativen erhalten keine Kojen, sondern eine Fläche, die sie nach ihren eigenen Vorstellungen ganz individuell bespielen können. Eine bunte Vielfalt ist damit garantiert, die eine Szene abbildet, die sich neben den klassischen Institutionen des Kunstbetriebs abspielt und sonst eher wenig Wahrnehmung im Kunstgeschehen erfährt.

Neu in diesem Jahr ist die Berufung einer Jury, die unter der Leitung des Akademie-Professors Laurence Rickels für noch mehr Qualität sorgen soll. Er wird außerdem für das kuratorische Konzept verantwortlich zeichnen, das abgestimmt ist auf das Schlachthofareal. Ja, auch das ist neu: Nach Stationen in einem Supermarkt, einem Autohaus, dem Versorgungsamt (alle mit dem Zusatz „ehemalig“ zu versehen) und der Nancyhalle werden nun die Großmarkthalle und ein Wohnhaus am südlichen Ende des ehemaligen Schlachthofs für die Kreativplattform zur Verfügung stehen.

Eine erfreuliche Nachricht haben die Organisatoren auch für die Bewerber: In diesem Jahr müssen sie nicht mit einer Teilnahmegebühr dazu beitragen, dass die UND stattfindet. Denn dank zusätzlicher Sponsoren und der erneuten Unterstützung der Stadt ist die Veranstaltung finanziell sicher. Das ist hoffentlich ein zusätzlicher Ansporn für die Kunstinitiativen, sich zu bewerben. Diese Möglichkeit besteht übrigens schon seit dem 1.12. -ChG

Bewerbungsschluss: 15.1. (Poststempel), Eröffnung: Mi, 7.3., 19 Uhr, 8.-11.3.2012, 14-22 Uhr
www.und7.de

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