Under Construction

Kunst & Design // Artikel vom 27.11.2015

„Under Construction“ ist eine zweiteilige Ausstellungsreihe der Villa Merkel, die das Bahnwärterhaus als Plattform für junge, internationale Künstler nutzt.

Der Titel steht für einen nicht abgeschlossenen Prozess. Die Arbeiten sind offene Konstruktionen, die weiter fortführbar sind. Die ausgewählten Künstler verbindet, dass ihr Lebensmittelpunkt sich zur Zeit in der Region Stuttgart befindet. Der aktuelle Lebens- oder Studienort ist jedoch nur ein Teil der Gesamtkonstruktion. Verbindungen zu anderen, auch virtuellen Orten, Hinweise in die Zukunft und in die Vergangenheit öffnen sich durch die Arbeiten. Es zeichnen sich eigenwillige und sehr unterschiedliche Entwicklungen ab.

Vier Positionen bilden den Auftakt im ersten Teil der Reihe

Ein selbst entwickeltes Straßenfahrzeug von Valentino Biagio Berndt erscheint wie der Prototyp für eine neue Trendsportart. Scheinbar mühelos bewegt sich das Gefährt zwischen realem und digitalem Raum. Ebenso führen die Malereien von Alberto Zamora Ruiz den Betrachter in die digitale Welt. Unterschiedliche Szenarien aus Internetmaterial verbinden sich zu einer neuen, offenen Erzählung. Wie die Skizzen eines Storyboards fügen sich die Bilder in einem größeren Kontext zu mehreren, immer wieder neuen Geschichten zusammen. Die Einbettung in eine Wandmalerei wiederum könnte darauf verweisen, dass die Szenen nicht nur virtuelle Phänomene sind, sondern durchaus auch reale Hintergründe haben.

Die Differenzierung zwischen Realität und Virtualität wird hingegen von JAK gänzlich verweigert. Zwischen den Genren von Drehbuch, Film, Installation und Skulptur kann JAK nicht präzise festgelegt werden. Alle Inhalte drehen sich um JAK und alles wurde von JAK produziert. Es handelt sich nicht um eine Künstlerperson im herkömmlichen Sinne. Ein über mehrere Jahre angelegtes Spielfilmprojekt nimmt derzeit immer mehr Form an und ist Grundlage für die präsentierte Installation.

Schließlich basieren auch die Installationen von Elsa Farbos auf dem Nicht-Realen. Unter anderem formt sie aus Holz und Gips zarte Fantasiewesen, die wie erste Entwürfe für eine neue Spezies wirken. Das Volumen der Gipstierchen besteht aus aufgeschütteten pulverartigen Hügeln. Nichts ist endgültig festgelegt. Es bleibt offen, ob die Konstruktionsphase zu handfesten Ergebnissen führt oder ob alles eine anregende Illusion bleibt. Der zweite Teil von Under Construction mit weiteren Positionen folgt vom 23.1. bis 28.2. -ps

Eröffnung: Fr, 27.11., 19 Uhr; 28.11.–17.1., Bahnwärterhaus, Esslingen

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