Vinyl ist tot – lang lebe Vinyl!

Kunst & Design // Artikel vom 01.02.2016

Die Schallplatte ist ein Mythos.

Allein das Auspacken und Auflegen der Platte, das fast andächtige Aufsetzen der Nadel (manchmal daneben, manchmal mit hässlichen Kratz-Tönen verbunden, die den Plattenbesitzer ins Mark trafen) – all das schien mit dem Aufkommen der CD ebenso vergangenen Zeiten anzugehören, wie auch die Gestaltung des Plattencovers.

Vom Aussterben der Gattung „Cover Art“ berichtet die aktuelle Ausstellung im Kunstverein Kreis Ludwigsburg mit Zeichnungen, Skizzen, Grafiken – und natürlich auch dem „Original“, der Platte. Die Beatles, Yes (das neue Cover der Yes-Compilation von Roger Dean) und die Rolling Stones, die Toten Hosen, aber auch Heavy-Metal-Bands von Slayer über Kreator und Vader bis Hypocrisy griffen auf namhafte Künstler zurück, um den Sound zu visualisieren. So vereint die Ausstellung, die in der Reihe „Grenzen der Kunstgattungen“ den Blick auf sonst wenig beachtete Bereiche lenkt, so unterschiedliche Künstler wie A.R. Penck (der auf diese Weise seine eigene Band T.T.T. mit Covern versah), Nam June Paik, Gerhard Richter, Andy Warhol und Katharina Grosse miteinander.

Die Schau macht deutlich, dass das Cover – und nicht nur die Musik – für den Bekanntheitsgrad des Albums sorgte, wie beispielsweise Klaus Voormanns legendäre Gestaltung der Beatles-LP „Revolver“ von 1966 oder Pink Floyds „The Dark Side Of The Moon“, der Storm Thorgerson ein „Gesicht“ gab. Außerdem zeigt die Ausstellung, dass „Cover Art“ mitnichten eine aussterbende Gattung ist, sondern seit einigen Jahren – parallel zum Revival der Platte – eine Renaissance feiert. –ChG

bis 14.2., Kunstverein Kreis Ludwigsburg im MIK, Ludwigsburg

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