Von Schönheit und Tod

Kunst & Design // Artikel vom 14.12.2011

Von der Schönheit toter Tiere erzählt die opulente Ausstellung in der Kunsthalle.

Rund 120 Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen, davon 30 aus den eigenen Beständen, in jedem Raum mindestens fünf tote Fasanen, Hasen, Fische und anderes Getier. Hier als Jagdstillleben, dort als Memento Mori, im nächsten als Staffage für eine biblische Szene – die Kuratoren haben den Begriff des Tierstilllebens weit gefasst und erzählen damit erstmals umfassend die Geschichte eines Genres.

Von Dürer bis Mapplethorpe, von Weenix, Chardin und Goya bis Ensor und Beckmann reicht der Bogen, den die Ausstellung spannt und mit dem sie deutlich macht, dass der Tod über die Jahrhunderte hinweg seine Faszination auf Künstler nicht verloren hat.

Denn er ist es letztlich, der unser Leben so spannend macht – aber das ist eine andere Geschichte. Auf den Kunstwerken in der Kunsthalle sind jedenfalls ziemlich wenig Menschen zu entdecken, dafür kommt der Tod zu den Tieren auf ganz unterschiedliche Weise.

Mal liegen sie wie schlafend, mal quillt das Blut aus einer Wunde, dann windet sich das Tier im Todeskampf, gerissen von der Meute hetzender Hunde, oder es haucht gerade den letzten Atemzug aus. Das pralle Leben, erzählt in Bildern über den Tod – so schön, so vielgestaltig kann er sein, das zeigt die Ausstellung „Von Schönheit und Tod“ ganz deutlich. -ChG

bis 19.2., Kunsthalle Karlsruhe

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