Writing The History Of The Future

Kunst & Design // Artikel vom 30.06.2021

Erstmals seit August 2020 ist die Sammlungsausstellung des ZKM wieder geöffnet.

Es hat sich viel getan, auch ganz pragmatisch-hygienisch: Medienkunst zum Berühren ist derzeit schwierig, also hat das ZKM-Team spezielle „No Touch“-Lösungen für viele interaktive Installationen gefunden und dafür z.B. ein auf Bewegungsmeldern basierendes Soundsystem entwickelt, das Kopfhörer ersetzt. Die Meisterwerke der Sammlung wurden um zwei Elemente ergänzt: Mit Vladimir Bonačćs „Dynamic Object GF.E 16.4 CNSM“ hält ein historisches Schlüsselwerk der kybernetischen Kunst Einzug. Vor 50 Jahren entwickelte der Künstler seine eigene Hardware, um die Schönheit der abstrakt-mathematischen Galois-Feld-Strukturen in Licht und Klang erfahrbar zu machen.

Mit „Crypto Art“ schreibt die Medienkunst derzeit ein neues Kapitel – und das ZKM ist Co-Autor: Bereits seit 2018 wurden in Karlsruhe Kunstwerke in Form von NFTs, also digitale Unikate, gekauft, „lange“ bevor sie zu horrenden Preisen auf Auktionen verhökert wurden. Mit John Watkinson und Matt Hall sind die Schöpfer der berühmten Crypto-Punks zu sehen, vertreten mit ihrem Werk „Autoglyph“ von 2019. Nicht von ungefähr setzt die Ausstellung die Crypto Art in direkten Bezug zur frühen digitalen Kunst der 1960er Jahre, dient sie der jungen Generation doch als große Inspiration. -fd

bis 3.10., teils bis 9.1.22, ZKM-Lichthof 8+9, Karlsruhe

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