ZKM-Tag & Writing The History Of The Future

Kunst & Design // Artikel vom 09.03.2019

Frank Fietzek, Die Tafel, 1993-94, Ausstellungsansichten, Foto: Felix Grünschloß

Rechtzeitig zum 30. Jubiläum bot das ZKM dem Publikum ein prallgefülltes Programm von Führungen über Workshops bis zu Präsentationen.

Mit „Writing The History Of The Future“ werden Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu einem kaleidoskopischen Blick auf das Museum gebündelt. Zur Eröffnung konnten die Besucher einen Blick in die Sammlungsgeschichte des ZKM werfen – die größte computerbasierte Kunstsammlung weltweit. Wie sich mit der Digitalisierung sowie Automatisierung des künstlerischen Aktes die Rolle des Rezipienten maßgeblich verändert hat, wurde dem Publikum vom ZKM-Team eindrucksvoll vermittelt. Denn die Geschichte der Synthese von Kunst und Technologie seit den 1950er Jahren durfte nicht nur betrachtet, sondern aktiv erprobt werden: Durch Klatschen, Sprechen, Tippen oder auch Neukombinieren werden die Werke in Gang gesetzt, verändert oder gar erst erzeugt.

Vergangenheit und Gegenwart verbinden sich in den Exponaten zu einer Vision. Ob eine Schreibmaschine, deren Papier zur Projektionsfläche umfunktioniert wurde und durch Abtippen von Buchstaben kleine Spinnentierchen herzaubert, oder eine Schultafel mit einem Computersystem gekoppelt längst Weggewischtes über den beweglichen Bildschirm wieder sichtbar werden lässt – das Werk bedarf der Partizipation des Rezipienten. Gemäß diesem Credo fand im Open Hub ein offener Workshop statt, bei dem sich ZKM-Mitarbeiter und -Besucher austauschen und ihre Assoziationen rund um „das Museum“ per Handy auf ein Onlineportal senden konnten.

Gedanken wie „Wunderkammer“, „Alles ist möglich“ wurden über eine virtuelle Wolke verfolgt und kommentiert. Auf einem kreativen Parcours entstanden gemeinsame Konzepte zum „Museum der Zukunft“. Denn wie Erinnerung konserviert und präsentiert wird, hat nicht nur Einfluss darauf, wie wir uns erinnern, sondern auch darauf, wie die Geschichte in Zukunft betrachtet wird. -mic

bis 28.3.2021; Teil II, 24.5., 19 Uhr, ZKM, Karlsruhe

Zurück

Einen Kommentar schreiben

WEITERE KUNST & DESIGN-ARTIKEL



Kunst & Design // Tagestipp vom 28.06.2019

Der De-Konstruktion vertrauter und fremder Realitäten widmet sich die Ausstellung in der Galerie Klinger & Me.





Kunst & Design // Tagestipp vom 28.06.2019

Der Karlsruher Fotograf Jens Steffen Galster hat Bilder aus seinen Werkserien „Clouds“, „Water“ und „Sehnsucht“, die seit 2011 auf Reisen in Europa und den USA entstanden, neu kompiliert, wobei der Titel der Ausstellung Programm ist.





Kunst & Design // Tagestipp vom 28.06.2019

Der Karlsruher Bezirksverein Bildender Künstler (BBK) wurde vor fast 150 Jahren von Kunststudenten, Professoren und Architekten gegründet.





Kunst & Design // Tagestipp vom 28.06.2019

Das Projekt „Three Rooms“ fördert den künstlerischen Austausch zwischen Deutschland, Südkorea und China und ermöglicht drei jungen Medienkünstlern aus diesen Ländern eine große museale Plattform.





Kunst & Design // Tagestipp vom 27.06.2019

Im Rahmen der bisherigen Ausgaben des UND-Festivals für Kunstinitiativen aus Karlsruhe und Gäste konnte nur eine Auswahl der Arbeiten der in Karlsruhe ansässigen Projekträume und Initiativen vorstellig werden.





Kunst & Design // Tagestipp vom 27.06.2019

Eine überdimensionale Brosche mit politischer Botschaft, 3D-gedruckte Kleidung und Objekte, die sich aus den Beobachtungen der Umgebung ableiten.





Kunst & Design // Tagestipp vom 23.06.2019

2011 gab es in Karlsruhe kaum gute unabhängige Ausstellungsmöglichkeiten für Nachwuchskünstler und die Motivation war daher groß, etwas Eigenständiges auf die Beine zu stellen.





Kunst & Design // Tagestipp vom 16.06.2019

Das Pfinzgaumuseum widmet sich dem Karlsruher Hausberg in seiner Ausstellung „Durlach: Der Turmberg ruft“, die den Bogen von dessen Entdeckung als Ausflugsziel, seiner Erschließung durch den Bau von Gaststätten und der Turmbergbahn 1888 bis hin zur heutigen Nutzung spannt.





Kunst & Design // Tagestipp vom 14.06.2019

Was als Leitmotiv ein wenig prätentiös daherkommt und in seinem Satzbau an Filmtitel des deutschen Autorenfilms der 70er denken lässt, ist genau so gewollt.