Eine Erfolgsgeschichte aus dem Kreativpark

Popkultur // Artikel vom 17.04.2008

Die Alte Hackerei auf dem ehemaligen Schlachthofgelände feiert ihr einjähriges Bestehen.

Geplant ist ein kleines Festival mit Bands, wie sie den Laden in den letzten zwölf Monaten bevölkerten: Punk, Garage, Metal, Blues oder Country, hier finden alle Genres Platz, und vor allem bietet die Hackerei außer internationalen Acts auch lokalen Bands regelmäßig Auftrittsmöglichkeiten. Neben der Musik gibt es auch Lesungen, Filme oder Kleinkunst. Ein vielseitiges Angebot an "freier" Kultur also, das gut angenommen wird und sogar schon in überregionalen Szene-Magazinen Beachtung fand.

"Es läuft gut, aber es könnte natürlich noch viel besser laufen", sagt Plüschi, der die Hackerei gemeinsam mit Kompagnon Jan betreibt. "Das Problem ist, dass wir keine Laufkundschaft haben, sind keine Konzerte, bleibt der Laden leer." Die in Aussicht gestellten Synergieeffekte mit anderen Nutzern des Kreativparks "seien bisher ausgeblieben", erläutert Plüschi. Kein Wunder, hat doch die Schaukelpolitik der Stadt gegenüber potenziellen Kunden eine Belebung des Geländes bisher weitgehend verhindert oder im Falle von Substage und Tollhaus zumindest stark verzögert.

"Wenn nebenan Kunstausstellungen oder Veranstaltungen in der Tschernitz-Halle waren, hat sich die Situation schlagartig geändert. Da erhoffen wir uns in Zukunft natürlich mehr", sagt Plüschi. Unbefriedigend ist dabei weniger die mangelnde Auslastung als vielmehr die Diskrepanz zwischen Aufwand und Ertrag. Konzerte veranstalten ist teuer: Bands wollen bezahlt, verköstigt und untergebracht werden, die Einnahmemöglichkeiten sind durch die Räumlichkeit stark begrenzt (max. 99 Besucher). Ist die Kasse mal voll, steigen gleich die Kosten, denn zur Miete kommt eine Umsatzbeteiligung der Fächer GmbH.

Unabhängig davon haben die Hackerei-Jungs noch einige Pläne: Angedacht ist eine Erweiterung, so dass Konzert- und Barbetrieb in getrennten Räumen stattfinden könnten. Zumindest bis Jahresende bleibt aber wohl erst einmal alles wie es ist. Gänzlich hoffnungsfroh kann Plüschi dennoch nicht in die Zukunft blicken. Der Vertrag mit der Fächer GmbH läuft bis Juni, dann muss neu verhandelt werden.

Zwar haben sich Fächer-GmbH-Stadtplanerin Barbara Rettenmaier und Geschäftsführer Klaus Lehmann gegenüber INKA klar für einen Verbleib der Alten Hackerei ausgesprochen - aber "ich habe immer das Gefühl, wenn einer kommt und stellt einen Sack Geld auf den Tisch, dann sind wir weg", sagt Plüschi. -mex

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