Neneh Cherry, The Thing & Kammerflimmer Kollektief

Popkultur // Artikel vom 17.07.2012

Neneh Cherry fiel mir erstmals in den wilden Wave-Punk-Freestyle-Zeiten Ende der 70er, Anfang der 80er auf.

Zunächst im Umfeld der legendären Reggae-Wave-Performance-Gruppe The Slits, der Producer-Legende Adrian Sherwood und dann als Sängerin der Avant-Wave-Jazzer Rig Rip & Panic. Mit ihrem Mann Cameron McVey, der Meilensteine wie Massive Attacks Debüt-Album „Blue Lines“ oder Portisheads „Dummy“ produzierte, entstand 1988 Neneh Cherrys Klassiker „Raw Like Sushi“ mit unvergänglich emotional packenden Tracks wie „Manchild“ oder dem Partyhit „Buffalo Stance“.

Bristol-Bass, Rock und Soul sind die Welten der Sängerin mit der inbrünstigen Stimme und dem dunklen, trotzig-klagenden Timbre, die mit „7 Seconds“ einen weiteren Welthit schuf, aber eben auch Impro und Jazz im Blut hat: Sie wuchs bei ihrem Stiefvater Don Cherry auf. In den letzten Jahren habe ich CDs und Remixes ihrer schwedischen Band Cirkus in Frankreich besorgt – in Deutschland ist sie komplett unbekannt. Klasse Tracks, rockig-folkig, die durch Cherrys Stimme eine Extradosis Soul bekommen.

Wer diese Vita kennt, wird sich nicht wundern, dass die Vollblutmusikerin nun mit dem Avant-Jazz-Trio The Thing aus Schweden wieder an ganz früher anknüpft: Jazz, Freejazz, Impro plus Gesang/Spoken Word Poetry. Den anderen Teil des Abends bestreitet das Karlsruher Kammerflimmer Kollektief mit seinem einzigartigen Mix aus Noise, Country, Jazz, Kraut, Folk und Psychedelic. -rw

Di, 17.7., 20 Uhr, Zeltival, Tollhaus, Karlsruhe

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