Saltatio Mortis - „Sturm aufs Paradies“

Popkultur // Artikel vom 16.12.2011

Die Totentänzer aus Mannheim, Karlsruhe und Kaiserslautern nehmen mit „Sturm aufs Paradies“ (Napalm Records) die letzte Mittelalter-Rock-Bastion.

Wenige Monate nach ihrem Live-CD-DVD-Doppel „10 Jahre wild und frei“ halten Sänger Alea der Bescheidene und seine sieben Spielleute mit 13 Kompositionen den Kurs der Vorgänger „Aus der Asche“ und „Wer Wind sät“. Und der führt mit erdigen Metal-Riffs und melodiösen Dudelsack- und Drehleier-Melodien geradewegs wieder in die Charts.

Wobei Alea die ganze Bandbreite seiner Stimme einbringt - vom harten Metal-Tenor bis zum gefühlvoll-balladesken Gesang in „Nachtigall und Rose“ und „Gott würfelt nicht“, das sich mit der Gerätemedizin auseinandersetzt und thematisch ebenso medieval-untypisch daherkommt wie das metaphorische Post-Fukushima-Lied „Fiat Lux“.

Am besten gefallen Saltatio Mortis aber nach wie vor, wenn sie beim an dieser Stelle gerne doppelsinnig zu verstehenden „Letzten Spielmann“, „Eulenspiegel“ oder der „Ode an die Feindschaft“ jene Flanke schließen, die Subway To Sally und In Extremo mit ihren reinen Rock-Alben „Kreuzfeuer“ und „Sterneneisen“ vollends preisgegeben haben. -pat

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