Umbra Et Imago – „Opus Magnus“

Popkultur // Artikel vom 26.07.2010

Irgendwo zwischen Schreckensgestalt und Galionsfigur wandelt Mozart, DJ, Betreiber des Locco Barocco in Grötzingen, das unterm Namen Kulturruine vielen Neigungen Raum gegeben hat, und Frontmann der Karlsruher Formation Umbra Et Imago.

Lang war nichts mehr vom Ausbund des deutschen Erotik-Goth-Rocks zu hören, jetzt setzt das Quintett sechs Jahre nach „Memento Mori“ zur abschließenden Verneigung an: Das sich mal nicht ums Schullatein scherende „Opus Magnus“ (C+P Planet Vampire/Indigo) soll das letzte Studio-Release bleiben. Und dann nicht ein provokantes SM-Spielchen!

Das Thema Sexualität ist anscheinend erschöpft. Dafür die Opiumfassung von Bob Marleys „Is This Love“ und „Wanderers Nachtlied“, eine Schubert-Vertonung des gleichnamigen Goethe-Gedichts, das hier ratzfatz als lupenreine Punk-Nummer durchgeht; die Single „Ohne Dich“ tönt dagegen so liebevoll traurig, wie sich das für einen echten Grufti gehört.

Und zwischen diese philosophischen Anklänge und melancholischen Weisen grollt Mozart seine boshaften Predigten, Schafottgänge an der Seite von Electro-Beigaben und tonnenschweren Gitarren („Kokainsong“, „Perfect Baby“), gelegentlich dominiert von Madeleine Le Roys Gesang, Celli und Chören („Hexxenhammer“). Das Hobby Musik kommt zwar zu teuer, ans Aufhören denkt der gebürtige Münchener aber offenbar nicht: Liveshows soll’s weiterhin geben. Alles andere wäre nach dieser Großtat auch ziemlich sadomasochistisch. -pat

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