Zeltival 2010

Popkultur // Artikel vom 22.06.2010

Von Marianne Faithfull träumte man im Tollhaus schon lange, nun kommt sie tatsächlich.

Ein „intimer Abend“ wird versprochen, zu hören sein dürften vor allem Songs von der letzten CD „Easy Come, Easy Go“. Die charakterstarke Sängerin blickt auf ein bewegtes Leben zurück (60er-Jahre-Stilikone, Groupie, Rockröhre, Junkie, Rolling-Stones-Muse, Schauspielerin, Diva), was jeden Ton und jede Geste prägt (Sa, 17.7., 20.30 Uhr). Eigen ist auch der Background von Nina Hagen. Mit ihrer Rock & Gospel Tour 2010 feiert die bunte, musikalisch-esoterisch-übernatürlich schrille Wundertüte mit der legendären Stimme ihr 40. Bühnenjubiläum (Do, 29.7., 20.30 Uhr).

Die „Zeltival“-Eröffnungsshow kommt von Blue King Brown aus Australien, die mit unglaublich fettem Groove aufwarteten. Reggae, Urban Roots Music, Afrobeats, treibende Percussion – wer hier nicht tanzt, ist taub oder tot (Mo, 5.7., 20.30 Uhr). Nach dem neuem Zirkus (8.-10.7.) und dem Gig des guten alten Partytiers Shantel (12.7., siehe Pop) gibt’s mit 2raumwohnung – Inga Humpe, Tommi Eckart – gleich noch ein Highlight in dem an Höhepunkten reichen Programm – die Grande Dame des Mädchen-Pop hat u.a. ihre letzte CD „Lasso“ im Gepäck (Di, 13.7., 20.30 Uhr).

Ganz anders, aber ebenfalls eine Klasse für sich: Rickie Lee Jones. Ihre Stimme und die emotionale, tiefgründige Musik sorgen garantiert für Gänsehaut. Wunderbar auch, dass sich die Singer-Songwriterin über die Jahre niemals verbiegen ließ und immer ihr eigenes Ding zwischen Folk, Country, Jazz und Blues durchzog. „Balm In Gilead“ ist das 14. Album der Künstlerin, die für viele die legitime Nachfolgerin von Joni Mitchell ist (Mi, 14.7., 20.30 Uhr).

The Ukulele Orchestra Of Great Britain, das sich seit über 20 Jahren durch die unterschiedlichsten Genres spielt, ist Kult! Tschaikowsky, Nirvana, Otis Redding – wo eine Ukulele ist, ist auch ein Weg (Do, 15.7., 20.30 Uhr). Ein Schmankerl für Jazzfans ist das Konzert des 75-jährigen Pianisten und Komponisten Abdullah Ibrahim mit seinem hervorragend aufgestellten Septett „Ekaya“.

Dieses heißt übersetzt so viel wie „Heimat“, und darum geht es schließlich auch: In den funkelnden Melodien und Rhythmen schwingt immer auch die Seele Südafrikas mit (Di, 20.7., 20.30 Uhr). Auf unzählige Hits können Blood, Sweat & Tears zurückblicken, darunter „Spinning Wheel“, „You’ve Made Me So Very Happy“, „And When I Die“ und „Hi-de-ho“.

Druckvolle Bläsersätze, pulsierende Grooves und eine unnachahmliche Mischung aus Jazz, Blues und Rock – kurzum: 1A-Material für eine durchtanzte Nacht (Di, 27.7., 20.30 Uhr). Einen Treffer konnte auch Sophie Hunger mit ihrem spröden wie reizvollen Indie-Rock-Pop-Chanson-Album „Monday’s Ghost“ landen.

Anstatt sich auf den Lorbeeren auszuruhen, legt die Schweizerin kurzerhand den Nachfolger vor und erfindet sich neu: „1983“ ist buchstäblich effektvoll, erinnert teils an Radiohead, schlägt den Bogen von Folk, Blues und Pop zu elektronischer Klangmalerei (Do, 5.8., 20.30 Uhr). -er

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