24. Europäische Kulturtage

Stadtleben // Artikel vom 20.04.2018

Generativ

„Umbrüche, Aufbrüche: Gleiche Rechte für alle“ ist der Leitspruch der „Europäischen Kulturtage Karlsruhe“ 2018.

Das alle zwei Jahre stattfindende Festival, bei dem sich 34 Kultureinrichtungen der Stadt beteiligen, setzt sich mit historischen und aktuellen Umbrüchen und Aufbrüchen auseinander, womit immer auch gesellschaftliche Wandlungsprozesse verbunden sind. Das bisher eigenständige Festival „Frauenperspektiven“ wurde im Zuge der Kulturkürzungen programmatisch in die EKT integriert – dumm gelaufen angesichts des weltweiten #MeToo-Movements und dem damit verbundenen Gleichberechtigungsdruck auf die Männerwelt. Drei Merkmale nennen die MacherInnen der „Kulturtage“ als elementar für eine gesunde Gesellschaft: Offenheit, Rechtssicherheit und Freiheit.

So erfolgt auch die Eröffnung am Fr, 20.4. in einem Dreischritt: Mit der Eröffnung der Ausstellung „Revolution! Für Anfänger*innen“ im Badischen Landesmuseum (ab 16.45 Uhr) beginnt die historische Erinnerung. Verfassungsrichterin Susanne Baer schafft mit ihrem Vortrag über das Festivalüberthema eine Grundlage zur Debatte, welche die „Kulturtage“ begleiten soll; eingerahmt von Musik und Beiträgen von OB Frank Mentrup, Ministerin Theresia Bauer, Peter Spuhler vom Staatstheater und Kulturamtsleiterin Susanne Asche (Rathaus, 18 Uhr). Die Sphäre der künstlerischen Auseinandersetzung wird ab 19 Uhr im Staatstheater erreicht. Hier gibt es Musical (Hair, 19.30 Uhr), Schauspiel (Die Ehen unserer Eltern, 20 Uhr) und zwei Projekte mit Bürgerbeteiligung (Wir brechen auf, 19 Uhr + Radikale Akte, 20 Uhr) -fd/rw

Schauspiel

Premieren, Bürgerprojekte und internationale Gäste
Eigenproduktionen und Gastspiele am Staatstheater nähern sich dem Festivalmotto an. Zweimal sind dabei auch lokale BürgerInnen beteiligt: Das Volkstheaterprojekt „Radikale Akte“ zeichnet die Geschichte der Frauenbewegung in Karlsruhe nach. Dabei treten Frauen und Mädchen aus der Region mit ihren ganz persönlichen Geschichten zur Gleichberechtigung auf die Bühne. (Fr, 20.4., 20 Uhr; So, 29.4., 19 Uhr; So, 13.5., 19 Uhr, Kleines Haus). Den gesellschaftlichen Klimawandel um 1968 thematisiert u.a. das Doku-Stück über (damals) neu gedachte Beziehungsmodelle „Die Ehen unserer Eltern“ (Fr, 20.4., 19 Uhr + Sa, 29.4., 19 Uhr, Studio). Das Theater-Ensemble Ma’louba besteht aus syrischen Theatermachern, die sich nach ihrer Flucht in Deutschland wiedertrafen und ist mit zwei Produktionen auf Arabisch mit deutschen Übertiteln zu Gast: Sowohl „Your Love Is Fire“ von Mudar Alhaggi (Sa, 21.4., 19.30 Uhr, Kleines Haus) als auch „Ya Kebir“ von Amal Omran und Rafat Alzakout (So, 22.4., 18 Uhr, Studio) handelt von Menschen, die trotz Krieg in Syrien blieben. Die Praxis Theatre Group aus Teheran schildert in Camelia Ghazalis „I Am A Woman. Do You Hear Me?“ aktuelle Geschichten von Frauen im Iran (Do, 26.4., 21 Uhr, Kleines Haus). „Tiger und Löwe“ von Data Tavadze und Davit Gabunia berichtet aus dem stalinistischen Georgien 1937: Über 100 georgische Künstler und Intellektuelle beseitigten Stalin und sein Geheimdienstchef Beria in diesem Jahr und entnahmen Georgien das geistige Rückgrat. (Premiere: So, 6.5., 18 Uhr, Fr, 11.5., 20 Uhr, Kleines Haus). Ödön von Horváths „Jugend ohne Gott“ schließlich verarbeitet die negativen gesellschaftlichen Umbrüche der 1930er Jahre (Fr, 27.4.; Mi, 2.5.; Fr 4.5., je 19 Uhr, Insel). -fd

Bewegte Frauen
Drei Karlsruher Schriftstellerinnen haben Texte über das Frau-Sein geschrieben – nachdenklich, doppelbödig und auch mal absurd. Karin Bruders Drei-Frauen-Stück verspricht „Schönheit für alle“. „Botox für alle“ wiederum fordert Hedi Schulitz ein, die zudem über „Die bewegten 68er“ spricht. Sabine Stern jagt in „Alles glatt“ ihre Protagonistin durch vielerlei weibliche Stereotype. Mit minimaler Ausstattung machen Anninka Bauer, Mathilde Cornet, Sonja Giesecke, Nicole Hallschmid und Susanna Rech-Bigot von den Taschenspielern diese Texte bühnentauglich. Tom Keymer führt Regie (tatsächlich, ein Mann). -fd
Premiere: Di, 30.4., 18 Uhr, Gedok; Sa, 5.5., 20 Uhr, Originelle Maßschuhe, Niddastr. 26

Kunst & Ausstellung

Gruppe Blickwechsel: Revolutionen im Fokus
Die Karlsruher Fotografengruppe Blickwechsel geht hier Revolutionen im Fotogroßformat nach. So nimmt die Durlacherin Makkiko eine feministische Position ein und fotografiert regionale Künstlerinnen. Gustavo Alàbiso dokumentiert die konservativ-nationalistische Bewegung der „Neuen Rechten“ und kontrastiert sie mit anderen politischen Positionen. Jens Steffen Galster nimmt sich der Digitalen Revolution an. Seine Bilder ermöglichen einen gesunden Abstand zu den Veränderungen, welche die Digitalisierung herbeiführt, und geben Raum, eine eigene Position dazu zu finden. Schließlich ist auch Bernhard Schmitt alias Onuk mit dabei. Seine Bildserie „Revolution vor Ort“ entstand bei der lokalen Fährtenlese nach Revolte in Karlsruhe. Am Fr, 27.4. findet ab 17.30 Uhr im Rahmen der Ausstellung im Foyer ein von Georg Schweitzer (Schorsch) moderierter Abend für Bernhard Schmitt (Onuk) statt. Der Karlsruher Fotograf und Künstler mit dem besonderen Blick verstarb Anfang des Jahres. -rw
Eröffnung: Sa, 21.4., 16 Uhr, bis 1.5., Mo-So 11-18 Uhr, Regierungspräsidium am Rondellplatz

Open Borders
„Idealismus“ prangt in fünf Sprachen auf dem Ausstellungsplakat. Es sind die fünf Sprachen, die in Karlsruhe und seinen Partnerstädten – Halle/Saale, Krasnodar, Nancy, Nottingham und Timisoara – gesprochen werden. In jeder dieser Städte machen junge KünstlerInnen ganz unterschiedliche Erfahrungen mit Gleichberechtigung von Geschlecht, Hautfarbe und sexueller Orientierung. Die von der Karlsruher Künstlerin Lisa Bergmann kuratierte Ausstellung präsentiert junge Positionen zu diesem Themenkomplex aus besagten Städten. -fd
Eröffnung: So, 22.4., 11 Uhr, 22.4.-13.5., Mi-Fr 15-19 Uhr, Sa+So 11-19 Uhr, Orgelfabrik

Revolution für Anfänger*innen
Jetzt mal ganz grundsätzlich: Wie geht das, so eine Revolution? Was muss geschehen, damit es dazu kommt? Wer löst sie aus? Und wie wirken vergangene Revolutionen aufs Heute nach? Das Badische Landesmuseum packt das Phänomen gesellschaftlicher Umstürze bei der Wurzel. Die Ausstellung erläutert historische Revolutionen wie etwa die Badische von 1848 genauso wie einige aus unserer Zeit, wie z.B. den Arabischen Frühling. Selten gezeigte Ausstellungsstücke stehen neben Filmdokumenten und Zeitzeugenberichten. Und in einem interaktiven Spiel lässt sich herausfinden, wie hoch das eigene Potenzial zum Revolutionär wirklich ist. -fd
Eröffnung: Fr, 20.4., 16.45 Uhr, bis 11.11., Badisches Landesmuseum, Schloss

Bewegt euch! 1968 und die Folgen in Karlsruhe
Die Studentenproteste von 1968 gingen in die Geschichte ein. Doch was passierte damals im so beschaulichen Karlsruhe, dessen Studentenschar während der Hörsaalbesetzungen erst vor ein paar Jahren recht unpolitisch erschien? Die Zeitdokumente in der Ausstellung verraten, dass 1968 auch hier massig junge Menschen auf die Straßen gingen. Der Schwerpunkt der Schau liegt aber auf dem, was danach kam – den neuen sozialen Bewegungen der 70er und 80er Jahre, die sich unter anderem für Frieden, Umweltschutz und Frauenrecht einsetzen sollten und bis heute nachwirken. -fd
Eröffnung: Do, 26.4., 19 Uhr, bis 14.10., Stadtmuseum im Prinz-Max-Palais

Gedok: Botox für alle
Trotz Botox und Instagram: Schönheitsideale und äußerliche Selbstoptimierung sind natürlich kein Kind des digitalen Zeitalters. Die dünne Twiggy etwa wurde in den 60er Jahren zur Stilikone. In ihrer Ausstellung „Botox für alle“ kommentieren die Künstlerinnen der Gedok den alltäglichen Schönheitswahn von 1968 bis heute (Eröffnung: So, 22.4., 17 Uhr, bis 19.5.). Ein flammendes Plädoyer für Inklusion legen die Fotografien von Yvonne Speck hin: Sie dokumentieren das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Handicap und fordern ein Recht auf Lebensglück für alle (Eröffnung: So, 22.4., Tollhaus, bis 31.5.). Das Literaturhaus gibt Einblicke in die Zusammenarbeit des Künstlerpaars Hedwig Lachmann und Gustav Landauer, das zwischen 1900 und ’19 eine stark bewegte Zeit erlebte. Landauer starb 1919 als einer der Köpfe der Münchner Räterepublik (Eröffnung: Fr, 27.4., 17 Uhr, bis 2.9.). -fd

Städtische Galerie: „Hanna-Nagel-Preis“ 2018 für Nina Laaf
Erneute Auszeichnung für die Bildhauerin Nina Laaf im Rahmen der EKT: Nach dem „Preis der Karlsruher Künstlermesse“ 2017 erhält die 40-jährige Künstlerin auch den „Hanna-Nagel-Preis“. Ähnlich wie die Namensgeberin des Preises verbindet sie Familie und Kunst: Sie studierte von 2011 bis 2016 bei Prof. John Bock und Prof. Harald Klingelhöller, bei dem sie als Meisterschülerin abschloss, Bildhauerei an der Karlsruher Kunstakademie. Der Preis ist neben einer Einzelausstellung in der Städtischen Galerie mit einem Katalog, einem Preisgeld von 2.000 Euro sowie einem Ankauf durch das Regierungspräsidium verbunden. -rw
Eröffnung: Fr, 4.5., 18 Uhr, bis 8.7., Städtische Galerie

Badischer Kunstverein
Die große Wiedereröffnung des Badischen Kunstvereins am 1.5. zum 200-jährigen Bestehen ist natürlich kein Part der EKT, wohl aber die erste Jubiläumsausstellung. „She And He“ ist die erste große Retrospektive des polnischen Künstlerduos KwieKulik in Deutschland. Sie zeigt die konzeptionelle Kunst der beiden, die scharfe Sozialkritik mit humorvoller Auslegung verbindet. Zwischen 1971 und ’87 arbeiteten Zofia Kulik und Przemysław Kwiek zusammen und machten nicht nur in Polen Furore. Die Ausstellung reflektiert auch einen historischen und aktuellen Fokus des Kunstvereins, der regelmäßig Kunst aus mittel- und osteuropäischen Ländern gezeigt hat. Im Sommer geht das große Festprogramm weiter. gepa
Eröffnung: Do, 3.5., 19 Uhr, bis 1.6., Badischer Kunstverein

La Parade du Oui et du Non
Der Umzug des Ja und Nein ist eine partizipative Aktion des Künstlerduos Kristina Solomoukha und Paolo Codeluppi und Beitrag des Centre Culturel. Eine Parade durch den öffentlichen Raum, die mit Fahnen, Schildern und Musik wie eine normale Demo wirkt. Sie folgt allerdings einer festgelegten Choreografie. Außerdem sind alle Teilnehmer und ihre Accessoires in schwarz-weiß gekleidet bzw. gehalten und somit ästhetisiert. Die Flaggen werden im Vorfeld in einem Workshop mit Studierenden der Karlsruher Kunstakademie gestaltet. Mitlaufen strengstens erlaubt! -fd
Sa, 28.4., 14 Uhr, Treffpunkt: Europaplatz

Musik

Revolutionen gehen nicht leise vonstatten. So spielt die Musik auch auf den EKT. Pianist Florian Steininger nimmt sich Frederic Rzewskis Variationen über das chilenische Freiheitslied „El pueblo unido“ an, mit denen er sich 1975 gegen das Pinochet-Regime wandte (So, 22.4., 15 Uhr). Eine musikalische Revolution war die Aufgabe der Tonalität vor rund 100 Jahren. Vier Musikerinnen fragen sich, ob auch Schönbergs Musik Ohrwurmqualitäten hat (Fr, 27.4., 19 Uhr, Landesbibliothek). Das Studio Vocale präsentiert ein Programm allein mit Musik von komponierenden Frauen (So, 29.4., 19 Uhr, Städtische Galerie). 100 Jahre nach der Russischen Revolution schreiben drei Komponisten der Gegenwart Musik zu Stücken sowjetischer Autoren wie Chlebnikow (Sa, 28.4., 19 Uhr, Staatstheater, Studio), beim „Poetry Jazz“ kommen Jazzmusik und Slam-Texte zum „Kulturtage“-Motto zusammen (Di, 1.5., 20 Uhr, Tempel) und in der Christuskirche findet die zeitlose Bitte „Verleih‘ uns Frieden“ klangliche Gestalt in der Musik von Schütz, Rosenmüller und Gabrieli (Do, 3.5., 19.30 Uhr). Den Abschluss der EKT bestreiten die Dakh Daughters, die im Zuge der Maidan-Proteste in der Ukraine mit ihrer Mischung aus Theater, Aktivismus, Kabarett und Punk auf sich aufmerksam machten (Sa, 5.5., 20 Uhr, Tollhaus). -fd

Evas schräge Töne im Paradies – Die Komponistin Ethel Smyth
Ethel Smyth (1858-1944), kämpfte nicht nur als Komponistin der Hymne „March Of The Women“ für Gleichberechtigung, sie war auch direkt in die britische Frauenbewegung involviert und deren Kampf für das Frauenwahlrecht. Ihre tatkräftige Unterstützung der Ikone der englischen Suffragetten, Emmeline Pankhurst, die Beteiligung an Demos, Straßenkämpfen und den berühmt gewordenen „Steinwürfen“ brachten sie 1912 sogar kurz ins Gefängnis. Nur zehn Jahre später – sie war längst eine Komponistin mit großen internationalen Erfolgen – wurde sie zur „Dame Of The British Empire“ geadelt. Intensive Freundschaften und Beziehungen zur Musikerin und Komponistengattin Elisabeth von Herzogenberg, dem Literaten Henry Brewster und der Schriftstellerin Virginia Woolf inspirierten ihr Schaffen. Das von Pianistin Heike Bleckmann ausführlich moderierte Konzertprogramm folgt ihrer Biografie. Im Anschluss gibt‘s in der kleinen Bar die Möglichkeit zum Gespräch mit den Mitwirkenden Denise Seyhan (Mezzosopran), Axel Haase und Annelie Groth (Violine), Franziska Dürr (Viola), Johannes Vornhusen (Violoncello), Carina Mißlinger (Flöte) sowie Heike Bleckmann (Klavier/Konzept). -rw
Do, 3.5., 20.30 Uhr, Badisches Staatstheater, Insel

Film & Kino

Die Kinemathek, die Schauburg und das Staatstheater teilen sich das Filmprogramm der „Europäischen Kulturtage“. Das Filmfestival „Independent Days“ in der Schauburg fusioniert drei seiner Programmblöcke mit den EKT: Bevor der Film „#takeyourrights“, für den sich Jugendliche mit Grund- und Menschenrechten befasst haben, am Sa, 5.5. im Tollhaus Premiere feiert (18.30 Uhr), ist eine Preview davon bereits bei den „Shorts For Teens“ zu sehen (Sa, 21.4., 13 Uhr, Schauburg). Hinzu kommen der „Female Award“ der „Independent Days“ (Sa, 21.4., 15 Uhr) und das Kurzfilmprogramm zu Arbeitswelten der Zukunft (So, 22.4., 13 Uhr, Schauburg). Das Staatstheater zeigt Rafat Alzakouts Dokumentarfilm „Home“, der vor dessen Flucht aus Syrien noch in der Heimat entstand und von Freiheit in unfreien Verhältnissen erzählt (Sa, 21.4., 21.30 Uhr). Unter dem Pseudonym Jameel Alabiad veröffentlichte Alzakout im Internet die regierungskritische Puppentheaterserie „Top Goon“, die im Rahmen einer Lecture Performance mit Filmausschnitten vorgestellt wird (So, 22.4., 20.30 Uhr). „Das neue Babylon“ von Grigori Kosinzew und Leonid Trauberg von 1929 schließlich ist ein revolutionäres Stück sowjetischer Film-Avantgarde (Mi, 2.5., 20 Uhr, jeweils Staatstheater, Studio). -fd

Moving Bodies
Mit weiblicher Identität, Körperlichkeit und sozialer Konstruktion beschäftigt sich die Kinemathek im Rahmen der „Europäischen Kulturtage“. „Moving Bodies – Gender und Feminismus im Film“ umfasst auch Videoinstallationen und eine Podiumsdiskussion von und mit Künstlerinnen unterschiedlicher Generationen, die humorvoll bis provokant die tradierten Rollen der Frau hinterfragen. Eröffnet wird das Filmprogramm mit Vera Chytilovás formal überbordendem „Tausendschönchen“ (Sa+Mi, 21.4.+2.5.) aus dem Jahr 1966. Streng komponiert, aber ähnlich intensiv ist „Jeanne Dielman, 23 quai du commerce, 1080 Bruxelles“ (Di, 24.4.+1.5.), mit dem Regisseurin Chantal Akerman 1975 der internationale Durchbruch gelang. Zu den unvergessenen Filmen des französischen Kinos gehört Agnes Vardas „Vogelfrei“ (Do, 26.4.+3.5.), der ohne moralische oder psychologische Interpretation eine von Sandrine Bonnaire gespielte junge Herumtreiberin durchs winterliche Südfrankreich begleitet. Ebenfalls aus den 80ern stammt Monika Treuts „Verführung – Die grausame Frau“ (Fr, 27.4.+4.5.). Bei seiner Premiere auf der „Berlinale“ sorgte der Klassiker des feministischen Kinos ob seiner subversiven Auseinandersetzung mit weiblicher Dominanz und sadomasochistischen Ritualen als ästhetische Performance für ein zahlendes Publikum noch für heftige Diskussionen. Das jüngste Werk ist „Wild“ (Sa, 28.4.+5.5.), die 2006 von Schauspielerin Nicolette Krebitz gedrehte preisgekrönte surreal-märchenhafte Emanzipationsgeschichte. Treut und Krebitz zählen neben Filmwissenschaftler Mark Siegel und Künstlerin Luce deLire auch zu den Teilnehmern der Podiumsdiskussion „Gender und Feminismus im Film“ (Sa, 28.4., 18 Uhr); deLires Arbeiten kann man zusammen mit Videoinstallationen von Marie-Eve Levasseur, Vika Kirchenbauer und Lene Vollhardt in der Ausstellung (Vernissage: Sa, 21.4., 21 Uhr) im Obergeschoss anschauen, wo die herrschenden Geschlechterverhältnisse hinterfragt und das Verhältnis zwischen Körper, Technologie und Kultur behandelt werden. -pat
21.4.-5.5., Kinemathek, Studio 3, Spielzeiten: www.kinemathek-karlsruhe.de

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